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Challenge "Jeden Tag ein Blogbeitrag" - mein Fazit und Ausblick

02.09.2019

Im August hatte ich mich einer Challenge gestellt. Jeden Tag einen Blogbeitrag schreiben. Mit dem Ziel, mehr Sichtbarkeit mit der Website zu erlangen.

Hat es geklappt? Nein - ich habe meine Ziele nicht erreicht. Ich habe nicht täglich geschrieben. An 31 Tagen sind 22 Blogbeiträge entstanden. Plus einige Entwürfe, aber die zählen ja nicht.

Ich habe auch nicht die Zahlen erreicht, die ich erreichen wollte. Zugriffszahlen auf der Website, Follower in den Social Media, Newsletter-Abonnenten - alles ist (weit) hinter meinen Zielen zurückgeblieben.

Warum das so ist, warum ich trotzdem nett zu mir bin und was ich daraus lerne.

Gute Blogbeiträge brauchen Zeit

Das habe ich gelernt: Gute Blogbeiträge, die wirklich langfristig Nutzen schaffen (dazu gab es ja auch einen Beitrag von mir), brauchen Zeit. Sie wollen gut durchdacht, strukturiert und formuliert werden. Wenn ich versuche "schnell mal" irgendwas zu schreiben, nur um etwas zu schreiben, leidet die Qualität.

Mitte des Monats habe ich gemerkt, dass manche Blogposts buchstäblich reifen wollen. Manchmal braucht es ab dem Moment, zu dem eine Idee auftaucht, einige Tage, bis ich wirklich flüssig darüber schreiben kann. Ungeduld ist da kontraproduktiv. Wenn ich den Posts ihre Zeit nicht gebe, bleiben sie hinter ihren Möglichkeiten zurück. Darum habe ich es ab der Monatsmitte langsamer angehen lassen.

Ich habe auch den "Rundherum" Aufwand unterschätzt. Auch wenn ich oft schnell schreiben kann (das ist aber von der Tagesform abhängig) - was ich absolut nicht auf dem Schirm hatte, waren die zusätzlichen Schritte, die nötig sind, um einen Blogpost kurzfristig im Netz sichtbar zu machen. SEO braucht einfach seine Zeit. Bis sich die Posts wirklich auf die organische Sichtbarkeit in Suchmaschinen auswirken, wird noch etwas Zeit ins Land gehen. Aber mein Fokus lag auf den schnellen Zielen, und dazu hätte ich einfach viel mehr in den Social Media tun müssen. Hab ich aber nicht - wegen der Zeit (und anderen Ausreden, die ich gerade nach und nach ausmerze).

Zudem schreibt es sich im entspannten Zustand einfach angenehmer. Ich glaube, es ist nicht die schlechteste Angewohnheit, Blogbeiträge vorzuproduzieren. Denn wenn wir den Zeitdruck im Nacken haben, wird der Beitrag einfach nicht mehr fließen. Und das merken auch die Leser.

Es ist einiges anderes in Bewegung gekommen

Meistens ist es bei großen Zielen aber so, dass es gar nicht um das Ziel an sich geht. Es geht darum, die Komfortzone zu verlassen. Zu wachsen, mich zu strecken, Dinge regelmäßiger oder anders zu tun als bisher. Es geht mehr um den Weg, als darum, ob das Ziel wirklich erreicht wurde.

Das erklärt dann auch, warum mit dem regelmäßigen Bloggen so viele andere Dinge in meinem Business in Bewegung geraten sind. Dem Universum ist es egal, ob ich mein Ziel erreiche. Es will keine Ergebnisse. Es will Commitment, also dass ich mich einem Ziel voll und ganz verschreibe. Es will, dass ich alles gebe. Dass ich ins Tun komme.

Was du rausgibst, kommt zu dir zurück. Nicht immer so schnell wie du es erwartest. Und auch nicht immer auf dem Wege, der aus deiner Sicht ideal ist. Doch das Leben ist in dieser Hinsicht absolut zuverlässig.

So wurde ich z. B. eingeladen, einen Artikel für ein Online-Magazin zu schreiben. Nicht weil jemand mein Blog gelesen hat, sondern auf anderem Wege. Die energetischen Auswirkungen der Dinge, die wir tun, müssen nicht in einem für uns logischen Zusammenhang stehen. Im Gegenteil - oft fahren wir die Ernte an ganz anderen Stellen ein als wir es anfangs erwarten.

Wo wäre ich ohne die Challenge?

Mein Ziel war zu ambitioniert. Ich habe mich tatsächlich übernommen. Ich habe ja noch zwei andere Blogs zu befüllen, einen Newsletter zu schreiben, mein Online-Kurs lief jetzt im August, und nebenbei leite ich ja auch noch ein Business, das mitten in der Neupositionierung steckt. Ich habe die Latte ziemlich hoch gelegt. Kenne ich eigentlich auch nicht anders von mir.

Aber: Wären auch dann im August 22 Blogposts (von dieser Länge und Qualität) entstanden, wenn ich mir die Challenge nicht gesetzt hätte? Und dazu gibt es eine glasklare Antwort: Nein. Ich hätte bestimmt einige geschrieben, aber nie im Leben so viele. Die Challenge war zu diesem Zeitpunkt genau richtig für mich, weil ich dadurch an vielen Tagen einfach keine Zeit hatte, mich ewig lange zwischen mehreren Themen zu entscheiden. Ich habe einfach das Thema genommen, das gerade kam, und dazu einen Beitrag geschrieben. Für mich ein simpler Weg zu mehr Produktivität.

SEO ist ein Dauerlauf, kein Sprint

Was mir das Bloggen auf Dauer wirklich bringt, wird sich noch zeigen. Die langfristige Verbesserung der Sichtbarkeit einer Website ist eben mehr ein Dauerlauf als ein Sprint. Kurzfristig viel Power bringt weit weniger als langfristig viel Regelmäßigkeit. Bei einem Dauerlauf gewinnt nicht der, der am Anfang die meiste Kraft investiert, sondern der, der langfristig die längste Puste hat.

Das lässt sich auch 1-zu-1 auf's Business übertragen.

Allerdings hat mein kurzzeitiger Sprint dafür gesorgt, dass meine Fitness (meine Lust zu Schreiben und die Anzahl an Themen) gestiegen ist. Und dass mir die Puste nicht vorzeitig ausgeht - dafür habe ich auch gesorgt, indem ich mich eben nicht gezwungen habe, immer einen Beitrag rauszubringen, komme was wolle.

Commitment ist eben nicht das gleiche wie Verbissenheit. Das erste führt dazu, dass wir über uns hinauswachsen. Das zweite dazu, dass wir die Freude verlieren.

Mein Fazit

Ich finde, eine Täglich-bloggen-Challenge eignet sich super, wenn du neu mit einem Blog startest und einen gewissen "Vorrat" an Posts brauchst, oder wenn du eine sehr lange Pause eingelegt hast, und nun wieder reinkommen willst.

Falls du Angst hast, die Themen gehen dir aus: Das passiert nicht. Die Anzahl meiner Ideen und Entwürfe hat sich mit dem regelmäßigen Schreiben erhöht, nicht reduziert. Wenn wir etwas regelmäßig tun, verschiebt sich automatisch unser Fokus, so dass wir offener sind und Ideen uns leichter erreichen.

Ambitionierte Ziele bringen uns ins Tun. Wenn wir sie am Ende nicht erreichen, ist das ok - das ist Teil des Spiels. Wichtig ist, dass wir bis zum Ende versuchen, sie zu erreichen, und dass wir anschließend nochmal zurückgehen und für uns auswerten, warum es nicht funktioniert hat. Wo unser Denkfehler war, wo wir uns noch verbessern können.

Eine Challenge - und das damit verbundene Commitment - bringt uns vor allem schneller ins Tun, weil es viele Zweifel und Überlegungen von vornherein ausschaltet. Es war nicht mehr die Frage, ob ich blogge, sondern nur noch, worüber.

Das Tun wiederum bringt viele andere Dinge in Gang, die wir am Anfang noch gar nicht vorhersehen und einkalkulieren können. Eine gewisse Flexibilität ist daher sehr von Nutzen, damit die Freude an der Sache nicht verloren geht.

Ich werde beobachten, was sich langfristig entwickelt und dir hier gegebenenfalls nochmal ein Update geben.

Kategorien: Freude + Leichtigkeit | Schlagworte: Blog, Challenge, Ins Tun kommen, Wachstum, Ziele

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