Zurück zur Übersicht

Der unsichtbare Riese

03.09.2020

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 3 der Artikel-Serie "Regeln die Dinge sich von allein? Mein Sommer-Experiment."

In dieser Serie teile ich einzelne Kapitel (Rohfassung) meines nächsten Buches mit dir. In diesem neuen Buch geht es um ein Thema, das mich sehr reizt und fasziniert, an das ich selbst aber meist noch nicht ganz glauben kann: Dass Probleme sich von allein lösen, sobald wir sehen, was wir sehen sollen. Ohne Anstrengung, ohne Überwinden, ja sogar ohne unser Zutun. Wenn das Materielle nur eine Illusion ist, und das Leben ein göttlicher Traum, dann sollte das doch möglich sein?

In meinem Sommer-Experiment (90 Tage ab Anfang Juli) erkunde ich diese unvorstellbare spirituelle Idee, in meinem Buch teile ich meine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen mit dir.


Im Herbst letzten Jahres stieß ich auf ein Buch, das sofort mein Interesse weckte: „Creating the impossible“ von Michael Neill. Untertitel: Ein 90-Tage-Programm, um deine Träume aus deinem Kopf heraus in die Welt zu bringen.

Ich wusste damals noch nicht, dass dieses 90-Tage-Programm stark auf den 3 Principles basiert.

Das Buch startet mit einer Einführung, in der der Autor untersucht, wie Kreation im Allgemeinen funktioniert, und wie etwas aus dem Nichts erschaffen wird. Und in dieser Einführung findet sich auch die Geschichte vom unsichtbaren Riesen, die ich anfangs nicht verstand, die mich aber sofort faszinierte und seither nicht mehr losließ.

Und diese Geschichte geht so (ich übersetze nicht Michaels Version, sondern erzähle hier meine):

Stell dir vor, du wanderst auf einem schmalen Pfad den Berg hinauf. Links von dir geht es steil in die Höhe, rechts von dir befindet sich ein tiefer Abhang. Du wanderst fröhlich und genießt deinen Weg und die Aussicht.

Du bist bereits bester Dinge, siehst dich kurz vor deinem Ziel – dem Gipfel - als vor dir ein riesiger Fels auftaucht, der dir deinen weiteren Weg abschneidet. Du kannst nicht um ihn herum laufen, weil er dafür zu groß ist, und du kannst ihn auch nicht überklettern, dazu ist er zu glatt.

Du schiebst mit all deiner Kraft, doch du stellst fest, dass er sich keinen Millimeter bewegt, wie sehr du dich auch anstrengst.

Nach einer Weile beginnst du nachzudenken und hast eine Idee. Du gehst los und suchst dir einen langen Ast – lang genug, um eine hohe Hebelwirkung zu entwickeln. Mit Hilfe dieses Asts und mit all deiner Kraft hebelst du den Stein so weit zur Seite, dass du deinen Weg fortsetzen kannst. Du klopfst dir stolz auf die Schulter, weil du so eine clevere Idee hattest, und du bist zufrieden mit dir. Du hast das Gefühl, dein Leben im Griff zu haben und mit jeder Schwierigkeit umgehen zu können, die das Leben dir in den Weg werfen mag.

Und nun stell dir vor, du bist auf demselben Bergpfad, der Fels liegt auf deinem Weg, aber diesmal weißt du, dass du einen unsichtbaren Riesen an deiner Seite hast. Du wendest dich ihm zu und er hebt den Stein für dich aus dem Weg, so dass du unbehelligt weiter gehen kannst.

Du spürst dich nicht so stolz und stark wie in der obigen Situation, denn diesmal hast du wenig zur Lösung selbst beigetragen. Das Siegesgefühl bleibt aus. Dafür ist dein Weg durch eine unvergleichliche Leichtigkeit und Sorglosigkeit geprägt. Der Riese an deiner Seite ist immer da und wird dir die Hindernisse aus dem Weg räumen.

Neben diesen beiden Strategien, die Michael in seinem Buch beschreibt, sehe ich weitere, die angesichts eines unüberwindbar erscheinenden Hindernisses verfolgt werden können. Je nachdem, was dir in deiner Kindheit erzählt wurde und was du selbst bereits erlebt hast, wirst du dich vielleicht wieder erkennen.

Du könntest dich furchtbar aufregen, und dich möglicherweise sogar als Opfer fühlen. Ist ja wiedermal typisch, dass das passieren muss, so kurz vor dem Ziel. Irgendwie passiert dir ja immer sowas. Du fühlst dich total unfair behandelt. Vielleicht trittst du aus Wut gegen den Stein, der natürlich nicht nachgibt – und ziehst dir einen blauen Zeh zu. Oder du beschimpfst den Stein auf‘s Übelste (der sich freilich gar nichts daraus macht). Oder du setzt dich daneben und weinst.

Möglich ist auch, dass du umkehrst, entweder um einen anderen Pfad zu suchen, der nicht versperrt ist, oder vielleicht sogar, um ganz aufzugeben. Es scheint dir vielleicht völlig unmöglich, den Gipfel jemals zu erreichen – weil immer wieder Hindernisse auftauchen. Warum es dann also überhaupt versuchen? Das scheint der Zeit und Mühen nicht wert.

Und ganz bestimmt leitest du aus deinem Erlebnis eine Strategie ab, die du für dein restliches Leben anzuwenden versuchst. Vielleicht nimmst du dir vor, ab sofort immer einen Ast mitzunehmen, wenn du einen Pfad entlang wanderst (sicher ist sicher). Vielleicht erscheint dir sinnvoll, deinen Weg ab sofort noch akribischer zu planen und den Pfad zu erkunden, bevor du deine Wanderung antrittst.

All das sind typische Verhaltensweisen, wie ich sie bei mir und anderen immer wieder beobachte.

Aber was, wenn es den unsichtbaren Riesen an unserer Seite wirklich gibt? Was, wenn wir all das Zetern, all die Bedeutungen, die wir den Hindernissen und Herausforderungen in unserem Leben so gern geben, all die Strategien, die wir uns zurecht legen, gar nicht brauchen? Wenn all das nur überflüssiger Ballast ist, der uns überdies die Sicht versperrt auf die Kraft, die uns wirklich das Leben leichter macht?

Wie gesagt, mich hat die Idee, dass es diesen Riesen an meiner Seite wirklich gibt, niemals wieder losgelassen, auch wenn ich daran nicht so recht glauben konnte. Und sie warf jede Menge Fragen bei mir auf.

War das nicht Kinderkram, Ammenmärchen, die mich den Bezug zur Realität verlieren ließ? Wurde ich nicht noch schwächer und handlungsunfähiger, wenn ich begann, mich auf eine Kraft zu verlassen, von der ich gar nicht genau wusste, ob es sie gab?

Mich nur auf diese leise Hoffnung zu stützen – war das nicht auch absolut fahrlässig?

Und wenn es diese Kraft wirklich gab, warum wusste dann niemand davon? Müssten nicht viel mehr Menschen sich dann darauf verlassen? Würde man nicht wissen, dass es sowas gibt?

Und letztlich: Wenn es diese Kraft wirklich gab, warum war sie dann so oft nicht zur Stelle, wenn ich sie brauchte?

Was letzten Endes in die Frage mündete: Was brauchte es, um diese Kraft in meinem Leben zu aktivieren? Was ist dazu notwendig?

Diese Frage zu klären, bin ich aufgebrochen. Mit meinem Experiment für die nächsten 3 Monate.

Was passiert, wenn ich nur noch das Offensichtliche tue, und das, worauf ich wirklich Lust habe? Was passiert, wenn ich meine Probleme ignoriere oder mich darauf verlasse, dass ein anderer sie löst? Was passiert, wenn ich mich weigere, weiter mitzumachen, bei diesem Wettrennen und einem Leben, in dem es mehr darum geht, das zu tun, was ich tun sollte, als das, was mir Freude macht?

Was passiert dann?

Ich bin gespannt.

Kategorien: Freude + Leichtigkeit | Schlagworte: 3 Principles, innere Weisheit, Leichtigkeit, Probleme lösen

Beitrag kommentieren

Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Bitte wähle, welche Cookies du erlaubst.

Folgende Cookies zulassen:

Alle akzeptieren

Mehr Informationen


Welche Cookies werden gesetzt?

Notwendig
PHPSESSID Behält die Einstellungen der Seite des Benutzers bei allen Seitenanfragen bei.
robin_marketing_popup Sorgt dafür, dass das Marketing-Popup nicht bei jedem Seitenwechsel erneut aufpoppt.
dwa_cookie_noticed Speichert die Einwilligungen zu den Cookies für ein Jahr. Dieser Cookie kann zurückgesetzt werden, wenn die Einwilligung entzogen werden soll.
Statistik
_pk_id Matomo - Cookie zum Speichern einiger Details über den Benutzer, z. B. der eindeutigen Besucher-ID (anonymisiert), notwendig zum Zählen wiederkehrender Besucher. - Speicherdauer 13 Monate
_pk_ses Matomo-Cookie zur Speicherung Sessionabhängiger Nutzerdaten - Speicherdauer 30 Minuten