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So verlierst du die Angst vor Webinaren, eigenen Videos und anderen Marketing "Monstern"

17.03.2022

Angst vor Sichtbarkeit ist ein weit verbreitetes Phänomen und eine der größten Bremsen für gesundes Unternehmenswachstum. Sie kann sich in unterschiedlichsten Situationen zeigen, und unterschiedliche Formen annehmen.

Aber nie ist sie schön, und schon gar nicht hilfreich. Sie hält uns davon ab, das zu tun, was wir eigentlich tun wollen und auf unsere eigene Art erfolgreich zu sein.

Ich habe immer wieder Ansätze gesehen von "Mach jeden Tag etwas, das dir Angst macht" oder "Augen zu und durch", von denen ich intuitiv gespürt habe, dass das nicht ganz den Kern der Wahrheit trifft. Vielleicht ist es auch nur der männliche Weg. Ich möchte dir einen anderen Weg zeigen. Softer, liebevoller - aber nicht weniger effektiv.

Du brauchst immer nur den nächsten Schritt

Meinen Klassiker teile ich als erstes mit dir. Wenn du mir schon eine Weile folgst, weißt du, dass ich nicht müde werde, das zu predigen. Du brauchst immer nur den nächsten Schritt!

Unser Verstand neigt dazu, alle möglichen Konstellationen und Möglichkeiten vorauszudenken und zu planen. In seiner Fantasie werden die seltsamsten Dinge möglich und wahr.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit von diesen Gedanken abziehen und ins Hier und Jetzt zurückkehren, werden wir nicht nur ruhiger. Es wird auch offensichtlicher, was gerade wirklich dran ist.

Meist ergibt sich aus einem Schritt der nächste, und andere fallen weg. Je mehr du siehst, dass das Vorausplanen nicht notwendig ist, dass viele Dinge sich in Luft auflösen, wenn wir auf sie zugehen, dann wirst du ganz von allein ruhiger und klarer im Kopf.

Außerdem hörst du auf zu grübeln und dich durch Angst zu lähmen und kommst ins Tun.

Wenn du z. B. Videos auf YouTube hochladen willst, ist dein nächster Schritt vielleicht zuerst, zu lernen, wie man Videos aufnimmt. Dann eines aufzunehmen (unperfekt, siehe unten). Dann hochzuladen. All das kannst du tun, ohne dass das Video jemals öffentlich werden muss. Schritt für Schritt vorzugehen nimmt die Angst, und nicht selten kommt beim letzten (entscheidenden) Schritt dann ein beherztes: "Was soll's" und schon ist das Ding online (muss aber nicht).

Was genau ist JETZT dein nächster Schritt? Ein einziger reicht, und er darf winzig sein. (Ich sage immer: Es liegt Magie darin, loszugehen. Gehe los und beobachte, was geschieht. Aber gehe wirklich los. Nicht nur drüber nachdenken!)

Ist es wirklich gerade dran?

Immer wieder kommen Klienten zu mir, die schon sehr konkret im Kopf haben, in welche Richtung ihr Weg geht. Sie glauben, sie hätten einfach nur Angst, und ich könnte ihnen helfen, sie aufzulösen.

Könnte ich auch, aber vorher schauen wir genauer hin: Ist es wirklich dein Weg, oder ist es nur etwas, wovon du glaubst, dass das jetzt bei dir dran ist - weil Marketing eben so ist? Oder weil es alle anderen so machen?

Sehr oft löst sich die ursprüngliche Idee auf, und es kommen ganz neue Ideen zum Vorschein. Welche, die sich oft viel leichter und viel mehr nach den Klienten selbst anfühlen.

Was sie für Angst halten, ist hier in Wahrheit keine Angst, sondern innere Weisheit, die wie eine Art Barriere dafür sorgt, dass wir aus unseren Ideen heraus nicht den falschen Weg gehen.

Damit die neuen Ideen Raum haben, ist es aber immer zuerst nötig, die alten Ideen loszulassen.

Frage dich immer wieder, ob es nicht auch ganz anders sein könnte als du zu wissen glaubst. Vielleicht geht Marketing ja gar nicht so, wie du denkst?

Eine wichtige Sache: Dass es jetzt nicht dran ist, heißt nicht, dass es nie dran ist. Leben ändert sich und formiert sich immer wieder neu. Was heute gilt, ist morgen veraltet. Jeder Moment ist einzigartig, niemals exakt wie je ein anderer zuvor war. Daher kann es sein, dass die alte Idee irgendwann wieder auftaucht - wenn sie wirklich reif ist. Aber in aller Regel fühlt sie sich dann anders an. Reifer, ruhiger und irgendwie mit weniger Angst.

Konzentriere dich auf die, denen du hilfst

An wen denkst du, wenn du deinen Newsletter schreibst, dein Video planst oder einen Status postest? Ich habe dabei sehr lange an Menschen gedacht, die ich beeindrucken wollte. Oder vor denen ich Angst hatte, und deren Kritik ich fürchtete.

Ich dachte an meine ehemaligen Klassenkameraden, an Wettbewerber und manchmal an meine eigenen Coaches. Aber sehr selten dachte ich an die Menschen, für die ich eigentlich da sein wollte. Meine Wunschkunden.

Darum halte ich es für sehr wertvoll, genau zu wissen, wer deine Wunschkunden sind.

Für wen möchtest du ein/e Held/in sein, wer fragt dich immer wieder um Hilfe und mit wem ist Zusammenarbeiten ein Traum?

Suche dir eine Muse, die deine/n Wunschkund/in am besten verkörpert, und dann denke bei allem, was du tust, nur noch an sie oder ihn.

Denke daran, wie sehr er oder sie deine Leistungen braucht, wie sehr er darauf wartet. Denke an seine Ängste, seine Selbstzweifel, seine Bedenken. Er zweifelt in der Regel nicht an dir, wenn er nicht bucht, sondern vor allem an sich selbst. Kann ich das überhaupt erreichen? Ich habe doch schon so viel versucht.

Das immer mehr zu sehen, wird dir auch helfen, dich im Marketing nicht mehr so aufdringlich zu fühlen, wenn du dein Angebot nennst. Das ist ein Liebesdienst, den du tust! Du darfst das, und du hilfst anderen damit.

(Wenn du noch nicht wirklich weißt, wem du hilfst, oder den Nutzen deines Angebots noch nicht zu 100% fühlst, dann keine Bange. Gehe einfach immer weiter, experimentiere. Wir können gerne gemeinsam in diese Richtung schauen und den Prozess beschleunigen.)

Du musst nicht perfekt sein - sei Mensch

Eine der größten Erleichterungen in meinem Leben war die Erkenntnis, dass ich niemals Superwoman werden muss. Ich brauche noch nicht einmal außergewöhnlich sein. Ich muss in nichts die Beste sein. Ich darf einfach Mensch sein - makelhaft, mit Schwächen und Ecken und Kanten.

Ich muss nichts Großartiges leisten in diesem Leben. Ich brauche keinen Reichtum anhäufen, ich muss noch nichtmal erfolgreich (im herkömmlichen Sinne) sein!

Das zu sehen, hat eine riesige Last von meinen Schultern genommen. Und was für mich gilt, gilt auch für dich.

Du bist bereits genug, allein durch dein Sein. Egal wie du bist. Egal wie du glaubst zu sein. Du musst nicht außergewöhnlich sein, weil du von Geburt an bereits einzigartig bist. Das ist schon immer so, und es wird immer so sein.

Das heißt nicht, dass dich jeder lieben muss. Auch das ist ja so eine Idee von uns - gerade von uns Frauen. Aber auch die Zustimmung und Akzeptanz von anderen ist absolut bedeutungslos. Dein wahrer Wert kommt von ganz woanders, nämlich von innen.

Das Merkwürdige ist, dass in dem Moment, in dem wir aufhören uns anzustrengen, unser Licht zu strahlen beginnt. Dass in dem Moment, in dem wir die Jagd nach Erfolg loslassen, der Erfolg zu uns kommt. Ganz von allein.

So wie du bist, bist du genug

Höre auf, perfekt sein zu wollen. Sei einfach wie du bist.

Dayana (meine Mitarbeiterin und Schwester) hat mir dazu vor ein paar Tagen eine Story erzählt, die so gut wiedergibt, was ich meine.

Ihr Freund macht gerade den Lkw-Führerschein und hat für seine Prüfung gepaukt. Dazu hat er sich Videos auf YouTube angesehen. Einer der "Lehrer" dort war in den Videos spürbar nervös, hat sich ständig verhaspelt, neue Wörter erfunden, Regieanweisungen mitgesprochen usw. Die Videos waren alles andere als gelackt und perfekt.

Hat das den Videos geschadet? Nein, ganz im Gegenteil: Das alles war so menschlich, so sympathisch, so nahbar, dass es eine wahre Freude war, die Videos zu schauen. Mehr noch - Dayana sagt, durch diesen bewussten Mut zur Lücke wurde ihrem Freund auch ein bißchen die Nervosität vor der Prüfung genommen.

Wir sind doch alle nur Menschen! Und wir dürfen es sein, verdammt!

Sei neugierig, nicht erwartungsvoll

Gerade heute, wo ich diesen Beitrag schreibe, steht mir noch ein Termin mit der Bank bevor. Es geht um einen Kredit, den ich gerne hätte, um ein Unternehmen zu kaufen.

Heute Morgen habe ich in mich reingefühlt: Bin ich nervös? Nein, ich bin neugierig. Vielleicht ist es dieselbe Energie, nur mit einer anderen Erwartungshaltung.

Der Unterschied ist nämlich, ich erwarte kein bestimmtes Ergebnis. Ich bin einfach total entspannt und gleichzeitig gespannt, wie das Gespräch ablaufen wird. Welche Fragen werden gestellt? Wird es Möglichkeiten geben?

Und dann wurde mir bewusst, dass es im Marketing genau dasselbe ist.

Seien wir doch mal ehrlich: Immer nur der nächste Schritt nützt nichts, wenn du ein Live-Webinar geben willst. Wenn du es ankündigst, wirst du es in aller Regel auch durchziehen wollen. Und zwischen Ankündigung und Veranstaltung liegen in der Regel einige Schritte.

Aber wenn du die erwarteten Ergebnisse vom Webinar entkoppelst und einfach nur neugierig an die Sache gehst, wird es viel entspannter.

Die Leute müssen dich nicht mögen. Sie müssen mit dem, was du erzählst, nicht einverstanden sein. Sie müssen nicht kaufen. Erinnere dich: Du bist genug und wertvoll, du brauchst dazu keine Zustimmung von anderen.

Gleichzeitig hilft es sehr, wenn du die Leute magst, die in dein Webinar kommen.

Und weißt du, was richtig cool ist? Neugier sorgt dafür, dass du die Leute magst, und sie erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Leute dich mögen. Denn Neugier macht dich präsenter, und Präsenz ist das, was wir oft als Empathie spüren. Präsenz ist das, was uns bei uns selbst und bei anderen unglaublich gut tut. Diese Energie, die wir mögen, ohne sie benennen zu können.

Du musst gar nichts erreichen. Das heißt nicht, dass du dein Angebot nicht vorstellen darfst - im Gegenteil, mach es! Aber mach es auf deine Art. Natürlich. Nicht pushy. So wie es zu dir passt.

Die Angst wird nie ganz weggehen

Einen winzigen Zahn muss ich dir leider noch ziehen. Ich habe immer gedacht, die Angst verschwindet irgendwann. Aber so ist das nicht.

Wenn wir Dinge tun, vor denen wir Angst haben, wird die Angst immer kleiner und irgendwann verschwindet sie. Wir werden "sattelfest". Aber dann werden neue Dinge auftauchen, die uns Angst machen.

Neues macht immer Angst.

Dabei ist Angst jedoch wie ein Schatten. Wir erzeugen sie selbst, indem wir angstvolle Gedanken denken und glauben. Wir erzeugen dieses Monster und meiden es dann.

Je tiefer wir das erkennen, desto unwichtiger wird Angst für uns. Sie hat keinerlei Aussagekraft. Sie kann uns nicht manipulieren. Sie ist einfach nur wie ein Echo im Hintergrund, wie eine Wolke am Sommerhimmel. Wenn wir sie nicht beachten, zieht sie weiter.

Höre auf, deine Angst zu bekämpfen oder auflösen zu wollen. Konzentriere dich stattdessen auf deine Ziele, deinen nächsten Schritt oder lebe einfach dein Leben. Die Angst kümmert sich dann um sich selbst.

Alles Liebe,

💖 Bettina

PS: Wenn dir meine Tipps gefallen und du noch entspannter und mit mehr Selbstvertrauen und Ruhe an dein Marketing gehen möchtest, dann schau doch mal bei "Bettys Marketing-Mutmacher" vorbei. Immer montags um 10 Uhr gehe ich auf YouTube und Facebook live und teile mit dir einen mutmachenden Gedanken oder Impuls für mehr Du im Marketing.

Kategorien: Mach dich sichtbar | Schlagworte: Angst vor Sichtbarkeit, innere Weisheit, Ins Tun kommen, Perfektionismus

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