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Was ist wirklich wichtig, und worauf hab ich Lust?

18.08.2020

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 3 der Artikel-Serie "Regeln die Dinge sich von allein? Mein Sommer-Experiment."

In dieser Serie teile ich einzelne Kapitel (Rohfassung) meines nächsten Buches mit dir. In diesem neuen Buch geht es um ein Thema, das mich sehr reizt und fasziniert, an das ich selbst aber meist noch nicht ganz glauben kann: Dass Probleme sich von allein lösen, sobald wir sehen, was wir sehen sollen. Ohne Anstrengung, ohne Überwinden, ja sogar ohne unser Zutun. Wenn das Materielle nur eine Illusion ist, und das Leben ein göttlicher Traum, dann sollte das doch möglich sein?

In meinem Sommer-Experiment (90 Tage ab Anfang Juli) erkunde ich diese unvorstellbare spirituelle Idee, in meinem Buch teile ich meine Erkenntnisse und Schlussfolgerungen mit dir.

  1. Regeln die Dinge sich von allein? Mein Sommer-Experiment.
  2. Was ist wirklich wichtig, und worauf hab ich Lust?
  3. Der unsichtbare Riese

Oft fällt es mir schwer zu unterscheiden, ob etwas, von dem ich denke, dass ich es tun sollte, wirklich nötig ist oder nicht. Und es kommt sogar sehr oft vor, dass ich glaube, dass ich etwas tun will, in Wirklichkeit aber nur der drängenden Stimme in mir, es endlich zu tun, nachgebe und damit Erleichterung erfahre.

Ich glaube, dass unser Leben langfristig leichter wird, wenn wir der drängenden Stimme in uns nicht unbewusst nachgeben und immer tun, was sie von uns verlangt, sondern wenn wir beginnen, sie ganz klar zu erkennen, und dann entsprechend ignorieren können.

Lange Zeit wusste ich auch nicht, was es wirklich ist, worauf ich Lust hatte. Ganz augenscheinlich schien ich auf gar nichts Lust zu haben. Nichts schien mir wirklich Spaß zu machen.

Heute weiß ich, woran das lag.

Wenn wir uns vornehmen, nur noch zu tun, was uns Freude macht, springt unser innerer Antreiber voller Freude auf diesen Zug auf. Er beginnt uns im Sekundentakt Vorschläge zu machen, was wir alles tun könnten. Stell dir vor, du hättest diese Stimme nicht in dir (unbewusst), sondern als echten Menschen um dich herum (bewusst). Ganz schön nervig, oder?

Doch während wir den zweiten Fall kaum tolerieren würden (jedenfalls nicht unendlich lange), scheinen wir uns gegen den ersten überhaupt nicht wehren zu können.

Und so kommt es, dass wir völlig entnervt sind, und einfach nur unsere Ruhe haben wollen. Eine Ruhe, die wir aber nicht finden, weil unser Antreiber pausenlos mit neuen Vorschlägen kommt.

Irgendwann wurde mir bewusst, dass auch Nichtstun etwas ist, das wir tun können. Den meisten von uns fällt es unendlich schwer. Wir glauben, jede Sekunde unseres Lebens mit etwas füllen zu müssen. Wenn wir wach im Bett liegen und nicht einschlafen können, fühlen wir uns, als würden wir endlos Zeit vergeuden. Wertvolle Lebenszeit.

Aber wir können keine Zeit vergeuden. Denn wir leben ja in dieser Zeit dennoch.

Wenn wir überhaupt Zeit vergeuden können, dann indem wir denken, wir würden Zeit vergeuden. Dieser Gedanke ist durch und durch überflüssig.

Und letzten Endes ist unser Leben nicht dazu gedacht, es mit irgendwelchem – noch so sinnvollen – Zeug zu füllen. Es ist dazu gedacht, dass wir es genießen. Wenn du dir einmal zu Gemüte führst, wie kurz so ein Menschenleben ist, dann leuchtet dir das sofort ein. Dennoch leben wir oftmals so, als hätten wir ewig Zeit, oder als wäre unser einziger Daseinszweck der, Aufgaben zu erfüllen und Dinge von der Todo-Liste zu streichen.

Worauf ich hinaus will: Letzten Endes schafft unser Antreiber es oftmals, uns die Dinge so hinzudrehen, dass sie uns als absolut notwendig erscheinen. Alles scheint wichtig, wenn nicht sogar lebensentscheidend zu sein. Dabei sind es die meisten Dinge nicht. Und der Rest ist es in der Regel zumindest nicht sofort.

Zum Beispiel weiß ich, dass ich heute noch zum Gewerbeamt fahren werde, um mein Gewerbe wieder anzumelden. In diesen Tagen ziehen wir mit meinem Business zurück ins Home-Office. Da wir dabei den Meldebezirk wechseln, war es nötig, das Gewerbe abzumelden, und nun auch wieder anzumelden. Das ist vorgeschrieben, also wirklich notwendig.

Es ist aber nicht zwingend heute nötig, auch wenn ich es zu heute am alten Ort abgemeldet habe. Ich mache mich nicht sofort strafbar, wenn ich es erst übermorgen am neuen Ort melde.

Dennoch will ich es heute erledigen, weil es heute terminlich gut bei mir passt.

Wegen des Heus anrufen musste ich hingegen nicht. Mein Pferd ist nicht das einzige in der Wallachgruppe, und das kann genauso gut jemand anderes übernehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die Mitarbeiter des Gestüts selbst sehen, dass das Heu seit Tagen nicht angerührt wurde. Immerhin sollten sie sich mit Pferden auskennen und möglicherweise sogar wissen, dass Pferde manchmal wählerisch sind.

Wir müssen viel weniger als wir glauben. Es gibt viel weniger zu tun.

Meine Mails abrufen muss ich nicht. Putzen muss ich nicht. Dieses Buch schreiben muss ich nicht. Ich muss nichtmal mit dem Hund rausgehen – im schlimmsten Fall macht er im Haus einen Haufen auf den Fußboden. Aber auch den muss ich nicht weg machen. Viel wahrscheinlicher aber ist, dass jemand anderes mit dem Hund geht.

Das ist auch noch so ein Ding: Wir müssen gar nichts, wir müssen nur bereit sein, den Preis zu zahlen. Das habe ich lange gedacht. Bis mir eines Tages klar wurde, dass wir so oft glauben, den Preis zu kennen – was gar nicht stimmt. Wir glauben zu wissen, dass der Hund auf den Fußboden macht, wenn wir nicht mit ihm gehen. Dabei ist das keine zwangsläufige Folge. Die Geschichte hat eine Million alternative Verläufe. Und so ist es mit allen anderen Geschichten auch.

Vielleicht kommt es dir sehr egoistisch vor, dass ich immer wieder erwähne, dass sich auch jemand anders kümmern kann. Ich darf das. Ich bin ein Mensch, der viel zu oft „hier“ schreit, wenn Aufgaben vergeben werden. Ich liebe es, etwas Sinnvolles zu tun zu haben. Doch irgendwann musste ich feststellen, dass meine Kraft und meine Zeit begrenzt sind. Und dass andere sich nur allzu oft darauf verlassen, dass ich mich schon darum kümmern werde.

Warum nicht den Spieß einmal umdrehen?

(Und da du dieses Buch liest, sehnst du dich ganz offensichtlich nach mehr Leichtigkeit und dass die Dinge sich selbst regeln, also liegt die Vermutung nahe, dass du ebenfalls „so ein Mensch“ bist, der Verpflichtungen anzieht wie ein Magnet.)

Ich glaube, dass unser Leben nicht so ist, wie es zu sein scheint. Dass Energie eine viel größere Rolle spielt als wir alle glauben. Dass das, was wir vom Leben erwarten, oftmals eintrifft – einfach weil wir es erwarten. Hat ja auch die Quantenphysik bewiesen, soweit ich sie verstanden habe.

Und das gilt im positiven wie im negativen Sinne.

Wenn wir davon ausgehen, dass wir diejenigen sind, die uns um etwas kümmern müssen, dann wird das so sein. Dann werden wir immer mehr Aufgaben und Verpflichtungen annehmen, denn irgendwer muss es schließlich tun. Bis wir irgendwann ausbrennen, oder zumindest feststellen, dass wir keine Zeit und Energie mehr für die Dinge haben, die uns wirklich wichtig sind oder die uns Spaß machen würden (manchmal wissen wir nicht einmal mehr, was das überhaupt für Dinge sind).

Wenn wir davon ausgehen, dass jeder seinen Anteil trägt, oder dass wir einen unsichtbaren Riesen an unserer Seite haben, der uns hilft und uns die Hindernisse zur Seite räumt, dann wird genau das für uns immer wieder eintreten.

Leider können wir uns nicht aussuchen, woran wir glauben. Jedenfalls nicht willentlich und bewusst.

Ich werde dir im Laufe des Buches zeigen, wie es dennoch geht, wie du deinen Glauben verändern kannst – ohne aktiv dazu beitragen zu müssen und ohne groß darüber nachzudenken.

Neuer Glaube = neue Realität. Eine Realität, in der alles leichter geht. Und so manches ganz von allein.

Kategorien: Freude + Leichtigkeit | Schlagworte: innere Weisheit, unbewusste Gedanken, was ist wirklich wichtig, Zeit ist relativ

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