7 Wege, ein Buch zu schreiben (und warum nur einer davon perfekt ist)
11.03.2026
Kurzer Spoiler: Nein, in diesem Beitrag stelle ich dir keine sieben Wege vor, ein Buch zu schreiben - schon allein, weil es vermutlich weit mehr als sieben Wege dafür gibt. Stattdessen ist es eine Metapher, ein lebendiges Beispiel, mit dem ich zeigen will, dass es eben nur eine einzige perfekte Art gibt, ein Buch zu schreiben.
Oder irgendwas anderes zu tun. Egal was. Pferde trainieren. Backen. Ski fahren. Fitness aufbauen.
Seit Mitte Dezember schreibe ich an meinem Fantasy Roman. Genauer gesagt an einer Trilogie, wie sich nach ca. zwei Wochen intensiver Arbeit herausstellte. Die Idee zu der Story trage ich seit Jahrzehnten mit mir herum (ja, so alt bin ich schon).
Glücklicherweise - vielleicht ist es Zufall, aber ich glaube nicht an Zufall, daher bin ich mir sicher, Gott hat mich ganz zielgerichtet da hin geführt - habe ich seit über einem Jahr eine Mentorin an meiner Seite, die ebenfalls einen Roman schreibt. Eine Schreibkumpanin, sozusagen.
Sie war es im Übrigen auch, die mich - ebenfalls zufällig - im Dezember dazu brachte, mein Manuskript "nur mal so aus Spaß" herauszukramen, wonach ich dann nicht mehr aufhören konnte, daran zu schreiben (morgens war ich spätestens um 4 Uhr aus dem Bett, mittlerweile hat es sich auf zwischen 5 und 6 Uhr eingepegelt).
Letztens unterhielten wir uns darüber, wie wir beide unsere Romane schreiben. Und ihre Schilderungen waren für mich so merkwürdig, so denkwürdig, dass ich lange nicht aufhören konnte, darüber zu sinnieren.
Ich mache es nämlich so:
Zuerst habe ich alle drei Teile geschrieben. Ganz viel mit KI. Habe Handlungsstränge ausgetestet, Figuren entwickelt und für mich ausprobiert, ob die Story grundsätzlich funktionieren könnte. Ob sie plausibel ist. Ob ich da rauskomme, wo ich rauskommen will (bis auf Anfang und Ende gab es nämlich noch nicht viel).
Welche Figuren ich brauche, welche Settings, welche magischen Fähigkeiten, welche Weltregeln und und und.
Ich habe nicht geplant, dass es drei Teile werden. Das stellte sich nach ca. zwei Wochen intensiver Arbeit von alleine raus - wenn es nicht ein oberflächliches Geplänkel werden soll, wenn ich möchte, dass die Figuren sich natürlich und glaubhaft entwickeln, dann muss die Geschichte etwas länger werden.
Und mir ist das ganz recht, denn mein größter Horror im Moment ist, dass die Geschichte fertig wird. 😇😅
Irgendwann Mitte Februar habe ich die groben Arbeiten abgeschlossen. Die Geschichte stand soweit (bis auf das Ende, von dem ich gemerkt hab, dass DAS noch nicht das Ende sein kann). Ich hatte vier Teile, aus denen aber vermutlich am Ende wieder drei werden, wenn ich die Handlungen zusammenziehe und einen neuen, letzten Climax hinzufüge. Aber das mache ich, wenn es dran ist.
Seitdem überarbeite ich den ersten Teil. Ergänze Szenen, baue sie aus, mache alles runder, farbiger, detaillierter.
Es fühlt sich ein bißchen an, als hätte ich ein Skelett entworfen, dem ich jetzt Fleisch beifüge. Als hätte ich das Gerüst eines Baumes gemalt, an dem ich jetzt die Details ergänze: Rinde, Zweige, Äste, Blätter.
Für mich ist es völlig plausibel, so zu arbeiten, und (im Moment) die beste Art, einen Roman zu schreiben.
Aber dann hatte ich letzte Woche eine Unterhaltung mit meiner Schreibfreundin, und die meinte, ihre Arbeitsweise sei völlig anders. Sie schreibe Szene für Szene, und erst wenn eine Szene wirklich "rund" ist, macht sie sich an die nächste.
Und das Krasse daran? Beides ist genau richtig. Für jeweils diejenige von uns, die es nutzt.
Es gibt nämlich wie gesagt nicht die "eine" Art, wie man es richtig macht. Perfekt ist immer nur die Art und Weise, die für einen selbst gerade stimmt - und das ist wichtig: Jetzt gerade. In diesem Moment, vielleicht für diesen Roman, oder vielleicht auch nur für diesen einen Tag oder diese eine Stunde.
Und so ist es auch mit allem anderen, was wir tun.
Putzen. Lernen. Business aufbauen. Marketing.
So oft orientieren wir uns an der Vorgehensweise anderer, versuchen es ihnen nachzumachen und wundern uns dann, dass es für uns nicht funktioniert.
Und dann stellen wir meistens eher uns selbst in Frage als an der Vorgehensweise an sich zu zweifeln (sie kann ja nicht falsch sein, schließlich hat sie bei anderen funktioniert, oder???).
Uns erstmal woanders zu orientieren, ist absolut nicht falsch. Solange wir nicht fühlen, was für uns besser funktionieren könnte, kann Nachahmen einer der besten Wege sein, um etwas Neues zu lernen, und eben ein Gefühl dafür zu entwickeln.
Aber sobald wir das Gefühl in uns haben - und das kann schnell gehen oder auch länger dauern, und das sagt überhaupt nichts über uns aus - tun wir uns einen riesen Gefallen, diesem Gefühl mehr zu vertrauen als jedem Experten da draußen, der uns sagen will, wie es "richtig" geht.
Vertrau dir und happy Writing an alle Schreibkumpan:innen da draußen 💖
Bettina
Kategorien: Ins Tun kommen | Schlagworte: einfach mal machen, innere Führung, Schreib mal wieder, Vertrauen
Aloha, ich bin Bettina - Unternehmerin, Pferdefrau, Autorin und spirituelle Forscherin. Ich liebe die Natur, das Leben und lazy Erfolg, der sich natürlich und mühelos entfaltet.
Hier im Blog teile ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen rund um Marketing und Spiritualität - für ein Leben, das sich so anfühlt, wie es eigentlich für uns gedacht ist: Voller Freude, Neugier, Leichtigkeit und innerem Frieden.
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