Ich muss nicht nützlich sein, um nützlich zu sein - innerer Widerstand & Wunder
16.12.2025
Ich stecke gerade in einer seltsamen Phase. Schlafe lange, habe keinerlei Ambitionen, spiele ein Computerspiel, das ich vor Jahren gespielt habe und das mir viel Freude macht.
Wochenlang bin ich meinen inneren Impulsen gefolgt, war tief mit mir verbunden - aber jetzt sind keine Impulse mehr da.
Für die Buchung einer neuen Kundin hatte ich nur ein kurzes Lächeln übrig. Die erwartete überschwengliche Freude blieb aus …
Etwas in mir macht das kirre. Das geht so nicht, meckert es. Was soll das?
Als es merkt, dass es damit bei mir nicht mehr ankommt, versucht es die scheinbar liebevolle Art: Was ist denn los? Hast du Angst? Zweifelst du an dir?
Du hattest dir doch geschworen, jede Woche zwei Newsletter zu schreiben, zwei Podcasts aufzunehmen - und das bis Jahresende, das definitiv noch nicht erreicht ist!
Warum lässt du jetzt locker?
Du warst doch so kurz vor dem Ziel?
All das ist nur scheinbar liebevoll. Es gaukelt Verständnis vor, aber eigentlich will es nur eines: Mich wieder “in die Gänge” bringen. Damit ich weiter funktioniere. Alles andere scheint bedrohlich - es ist nicht kontrollierbar, außerhalb des Bekannten.
Ich höre weg, so gut ich kann.
So ganz gelingt es mir nicht. Denn mal ehrlich: Was ist das?
Bin ich kaputt? Depressiv? Oder doch schon wieder auf falschen Wegen unterwegs?
Mein Instinkt ist, dagegen anzugehen. Mich wieder “auf Spur” zu bringen.
Oder wenigstens zu journaln, meine inneren Zweifel aufzudecken, das, was mich ausbremst.
Ich habe diesen Instinkt immer als hilfreich angesehen. Ihn kaum einmal hinterfragt.
Aber was, wenn ich ihm diesmal nicht nachgebe?
Eine Neugier erwacht in mir: Ja, was passiert eigentlich, wenn ich diesen Instinkt links liegen lasse? Wenn ich das schlechte Gewissen ignoriere. Oder besser: Es wahrnehme, es fühle, und dann weiter spät aufstehe und mein PC-Spiel spiele?
Es einfach mal aushalte?
Und warum ist keine Freude an den Stellen, wo ich sie vermutet hätte? Wo sind meine Ambitionen? Ist es tatsächlich Lustlosigkeit, die aus Hoffnungslosigkeit kommt? Oder ist da noch was anderes?
Als erstes erkenne ich: Ich sehe die Buchung der Kundin nicht mehr als das, was sie früher für mich gewesen wäre. Sie ist keine Bestätigung meines Egos, kein “Lohn” für meine Leistung, noch nichtmal Anerkennung.
Sie ist einfach nur eine ganz natürliche Folge dessen, was ich mich verschrieben habe: Den Weg mit Gott zu gehen, aus göttlichen Eingebungen und Impulsen. Mich ganz und gar hinzugeben und dem zu folgen, was wirklich durch mich in die Welt will.
Die mangelnde Freude ist keine fehlende Dankbarkeit, sie fühlt sich nur leer an, weil etwas, das früher immer da war, plötzlich nicht mehr ist.
Vielleicht fehlt die Freude gar nicht, vielleicht ist sie nur leiser, subtiler. Natürlicher.
Oder vielleicht entsteht die gefühlte Leere auch durch die augenblickliche Bewertung geboren aus dem Gedanken, dass da mehr Freude sein sollte …
So oder so - alles ist gut. Das spüre ich als tiefe Gewissheit.
Diese Erkenntnis versetzt mich in ehrliches Erstaunen.
Wachstum fühlt sich nicht immer so an, wie ich dachte.
In “Ein Kurs in Wundern” heißt es sinngemäß: Deine scheinbar größten Rückschritte sind manchmal deine größten Fortschritte (und umgekehrt).
Ich vergesse es immer wieder.
Dann erkenne ich: Ich kann das PC-Spielen nicht genießen, weil ich immernoch denke, ich sollte etwas anderes tun. Meinem System folgen. Oder mein System verändern, verbessern, wenn es nicht mehr funktioniert - Hauptsache, ich mache etwas, das meinem Ziel entgegengeht.
Aber was, wenn schon die Tatsache, dass ich ein Ziel habe, ein Zeichen dafür ist, dass ich mich Gott nicht mehr ganz hingebe?
Wollen ist von Gott.
Wie kann ich das PC-Spielen da verteufeln, wo es mir doch solchen Spaß macht?
Ist es am Ende nicht so, dass wir Freude auf dieser Erde säen, unabhängig davon, was wir tun - solange wir Freude spüren?
“Ich kann mehr für die Welt tun, wenn ich mich meinen Rosen widme” sagte Syd Banks. Die tiefe Wahrheit in diesem Satz sehe ich immer wieder neu.
Ich muss nicht nützlich sein (im irdischen Sinne) um nützlich zu sein (im göttlichen Sinne). Hah.
Zeitgleich ist dieses Buch bei mir eingetroffen. “Das unpersönliche Leben”. Eine spirituelle Schrift, die mich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht. Sie beantwortet Fragen für mich, die “Ein Kurs in Wundern” aufgeworfen hat und die in mir für Widerstand sorgten.
Ich nehme wahr, dass etwas in mir sich gegen die Worte wehrt. Es schützt Müdigkeit vor. Es sucht nach Ablenkungen. Ich kämpfe nicht dagegen, sondern beobachte: Das PC-Spielen gibt diesem “Etwas” Raum. Raum zur Heilung. Es ist die Ablenkung, die mir Kraft schenkt, den nächsten Absatz im Buch zu lesen und wirklich zu verinnerlichen.
In diesem Buch finde ich Wahrheiten, die mir bisher so noch nicht bewusst waren.
Gott ist in ALLEN unserer Taten, auch den scheinbar nutzlosen, den “falschen” - denn auch sie dienen unserem Wachstum, unserer Erkenntnis (oder denen von anderen). Damit wir als die göttlichen Wesen hier auf Erden wirken können, als die wir ursprünglich gedacht sind, müssen wir lernen, unsere Persönlichkeit beseite zu legen und uns ganz dem Unpersönlichen zu verdingen.
Das klingt beängstigend - solange wir nicht gelernt haben, dass unsere Persönlichkeit wirklich NICHTS für uns bereithält, was uns von Nutzen ist oder was wir beibehalten wollen.
Sie ist nichts Falsches, sie ist einfach nur nicht existent, ein Traum, eine Illusion - und deshalb dürfen wir sie loslassen. Sie bereitet uns Leid, sie führt uns auf anstrengende Pfade und sie hält die wahren göttlichen Gaben, die das Leben für uns bereithält, vor uns verborgen.
All unsere “Fehler” sind dazu da, unsere Persönlichkeit als die Illusion zu erkennen, die sie ist.
Welche Erleichterung!
Ich weiß ganz intuitiv - ich stecke in einer neuen Wachstumsphase. Ich bereite mich auf die Aufgabe vor, die im nächsten Jahr auf mich wartet. Oder werde vorbereitet, wäre wohl richtiger. Die Befreiung von der erfundenen Regel, keine Computerspiele spielen zu dürfen, gehört dazu.
Denn was ist das Leben, wenn wir alles darin selbst bewirken und verdienen müssen? Was ist das Leben, wenn wir manche Dinge dürfen (oder müssen) und andere, die Freude machen, verboten sind?
Und während ich so spiele und mein schlechtes Gewissen immer mehr loslasse, kommen neue Menschen in meine Community, ganz von allein.
Ein Wunder.
Genau dafür stehe ich doch. Unpersönlich, mit Gott in mir. ❤
Kategorien: Dein wahres Selbst | Schlagworte: einen Scheiß muss ich, Hingabe, Reflektionen, Zufriedenheit
Aloha, ich bin Bettina - Unternehmerin, Pferdefrau, Autorin und spirituelle Forscherin. Ich liebe die Natur, das Leben und lazy Erfolg, der sich natürlich und mühelos entfaltet.
Hier im Blog teile ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen rund um Marketing und Spiritualität - für ein Leben, das sich so anfühlt, wie es eigentlich für uns gedacht ist: Voller Freude, Neugier, Leichtigkeit und innerem Frieden.
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