Bettina Ramm
Bettina Ramm
Soul Marketing - von innen geführt
 

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"Schluck die fetteste Kröte zuerst"? - Eine entspanntere Art, mit Prokrastination umzugehen.

25.11.2022

Wir alle kennen das: Dinge, die wir tun müssen, aber überhaupt nicht mögen. Dinge, die wir endlos vor uns herschieben, bis es kurz vor knapp ist. Oder aber auch Dinge, die wir eigentlich tun sollten, um endlich voran zu kommen, aber wo wir einfach nicht in die Gänge kommen ...

Eine Strategie lautet: "Schluck die fetteste Kröte gleich morgens als erstes!" Soll heißen: Kümmere dich zuerst um das, was dir richtig fies im Nacken sitzt. Dann hast du es weg und den Rest des Tages ein leichteres Gefühl. Diese Strategie schien für mich lange Sinn zu machen, bis ich irgendwann auf die Idee kam, sie zu hinterfragen. (Ist das Leben wirklich dazu da, Kröten zu fressen? 🤔)

Heute halte ich nicht mehr viel von diesem Ansatz. Ich behaupte: Es gibt überhaupt keine Kröten in unserem Leben. Und es gibt einen smarteren, liebevolleren und kraftvolleren Weg, mit der weit bekannten Aufschieberitis umzugehen.

Willenskraft vs. inneres Wissen

Die Strategie "fette Kröte first" entstammt der Entdeckung, dass wir Menschen unsere Willenskraft aktivieren können, um Dinge zu tun, die uns schwer fallen. Dinge, vor denen wir Angst haben oder Dinge, die wir eigentlich gar nicht tun wollen.

Eine starke Willenskraft wird oftmals als DIE Voraussetzung für Erfolg angesehen. Man geht davon aus, dass sie sich trainieren lässt wie ein Muskel, und dass sie umgekehrt auch verkümmern kann, wenn wir sie nicht einsetzen.

Ich habe lange daran geglaubt und war auch stolz auf meine innere Disziplin. Bis ich eines Tages begann, den Sinn von Willenskraft (für ein zufriedenes, erfülltes Leben) zu hinterfragen. Ist es wirklich förderlich für uns, mittels Willenskraft gegen unsere innere Wahrheit, unsere Bedürfnisse und Wünsche vorzugehen? Ist es wirklich Sinn des Lebens, das Ganze wie eine Art Sport zu betrachten?

Und ist das überhaupt wahr, dass Willenskraft zu Erfolg führt? Sind wir bessere Menschen, wenn wir einen starken Willen haben und diesen gegen uns einsetzen?

Heute weiß ich, dass es einen besseren Weg gibt, zu bekommen, was wir wollen - ohne über uns hinweg zu gehen, ohne fette Kröten zu schlucken und ohne unsere Willenskraft als unsere höchste Fähigkeit anzusehen.

Dieser Weg führt über unser inneres Wissen.

Wir alle verfügen über ein angeborenes Navigationssystem, das uns leitet, wenn wir es lassen. Es ist immer bei uns, meist arbeitet es leise im Hintergrund, doch es kann auch lauter werden, wenn nötig.

Dieses innere Wissen ist ruhig, entspannt und liebevoll. Es bewertet nicht, es ist geduldig und es gibt uns die Hinweise, die uns helfen, unseren Weg zu finden - zu was auch immer wir uns im Leben wünschen.

Vielleicht ergibt es gar keinen Sinn, es zu tun?

Wenn wir etwas nicht tun, dann immer, weil es keinen Sinn für uns ergibt.

Wir halten das manchmal irrtümlich für Angst, Disziplinlosigkeit oder fehlende Willenskraft (und denken, wir müssen was damit tun). Das kannst du getrost vernachlässigen. Kann sein, dass Emotionen im Spiel sind (dazu komme ich gleich). Aber egal, welche Emotionen da sind - wenn etwas Sinn für uns ergibt, werden diese nebensächlich.

Um die Sinnhaftigkeit eines Vorhabens zu ermitteln, läuft im Hintergrund unseres Verstands blitzschnell eine Kosten-Nutzen-Rechnung: Wie hoch ist der Einsatz und was bekomme ich am Ende dafür raus?

Auf der einen Seite (Kosten) stehen so z. B. die Zeit, die du einsetzen musst, die Kraft, die du brauchst oder aber auch der Grad deiner Angst, die es zu überwinden gilt. Auf der anderen Seite (Nutzen) steht das mögliche Ergebnis.

Das Ding ist: Beide Seiten sind frei erfunden.

Sowohl die Kosten als auch das Ergebnis sind nie objektiv, sondern immer ausgedacht. Sie können der Realität entsprechen, tun es aber selten. Sie können höher oder niedriger sein als wir denken. Beide.

In meinen Co-Working Sessions, die ich in Thrive + Blossom veranstalte, beobachte ich folgende zwei Phänomene in schöner Regelmäßigkeit:

  1. Dinge, die ewig verschoben wurden, weil die Teilnehmerin glaubte, dass ihre Umsetzung ewig dauert - und dann waren sie nach 10 Minuten "gegessen".
  2. Dinge, die der Teilnehmer sich für die Session vorgenommen hat, und bei denen er dann feststellen musste, dass noch einige Vorarbeiten - manchmal sehr aufwändig! - notwendig sind.

Egal, was wir glauben, wir können uns immer täuschen, und tun es auch mit schöner Regelmäßigkeit.

Der Kopf kann beides nicht voraus rechnen, weder den Aufwand noch den Nutzen. Er kann nur schätzen, und nichtmal das kann er besonders gut. Wir können (und brauchen) das nicht ändern - daran etwas tun (analysieren) heizt unseren Kopf nur weiter an.

Der Hebel liegt woanders: In der Akzeptanz, dass wir weder Kosten noch Nutzen kennen. Dass wir glauben, zu wissen, wie hoch sie sind, aber damit daneben liegen können.

Wenn wir aufhören, uns mit Kosten und Nutzen zu beschäftigen, kommt oft zum Vorschein, was wir überhaupt WOLLEN. Dann ergibt das, was wir vorhaben, vielleicht tatsächlich keinen Sinn, weil es gar nicht unserem Weg entspricht (für viele UnternehmerInnen ist das z. B. ein 7-stelliges Umsatzziel, das sie nach Meinung diverser Coaches anpeilen MÜSSEN, das für sie aber einfach nicht erstrebenswert ist).

Oder es zeigt sich, dass das, was wir vorhaben, durchaus sinnvoll ist, und dass nur unser Kopf mit seiner verwirrenden Kosten-Nutzen-Rechnung reingegrätscht und die Sache unnötig aufgebauscht hat.

Je weniger wir darüber nachdenken, desto klarer wird für uns, was WIRKLICH Sinn ergibt. Oder mit den Worten des amerikanischen Coaches Michael Neill: Ich tue immer exakt das, was mein Level an Bewusstsein mir zu tun aufträgt.

Unsichere Gedanken

Manche Dinge ergeben durchaus Sinn, aber wir tun sie trotzdem nicht.

Der Klassiker ist die jährliche Steuererklärung, die viele von uns ewig vor sich herschieben. Das wäre an sich kein Problem, wenn nicht das schlechte Gewissen so belastend wäre - gepaart mit der Gewissheit, dass es sowieso irgendwann dran ist.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, bei solchen Dingen immer alles, was ich zu wissen glaube, zu hinterfragen.

Ist es wirklich wahr, dass die Steuererklärung abgegeben werden muss?

Dann merke ich - okay, nein, muss sie nicht. Aber wenn ich es nicht tue, wird das vermutlich Konsequenzen haben, die ich lieber vermeiden will.

Was also hält mich dann noch davon ab, sie zu machen, wenn es doch eigentlich absolut Sinn ergibt?

Meist sind es unsichere Gedanken. In diesem Fall - die Angst vor Fehlern, die mich dazu bringt, in einen Perfektionismus zu verfallen, dem ich jedoch nicht entsprechen kann. Nicht nur, weil mir Zeit und Kenntnisse fehlen (und das deutsche Steuersystem wirklich herausfordernd ist), sondern weil ich meine hohen Erwartungen ohnehin nie voll erfüllen würde.

Ich habe Angst vor Nachzahlungen, die nicht sein müssten.

Nicht unbedingt Nachzahlungen, sondern solche, die ich hätte vermeiden können, wenn ich mich nur ein bißchen mehr angestrengt hätte.

Wir sind kompliziert, oder?

Die Lösung wird einfacher, wenn wir dem Drang widerstehen, mit dem Kopf reinzugehen und es zu analysieren. Besser, wir konzentrieren uns auf einen Schritt nach dem anderen, ohne den unsicheren Gedanken zu sehr zuzuhören.

Und wenn wir den nächsten Schritt nicht gehen, dann aus einem von zwei Gründen: Entweder, er ist gar nicht wirklich dran (= innere Weisheit), oder wir machen uns zu viel Druck.

Die Lösung heißt immer: Loslassen. Durchatmen und dem Flow und dem Leben vertrauen.

Was, wenn es nicht wahr ist?

Was, wenn die Geschichten, die du dir erzählst, gar nicht wahr sind? Was, wenn selbst die Geschichte von den unsicheren Gedanken nicht stimmt?

Wenn wir solchen Geschichten glauben, denken wir oft, wir müssten etwas damit tun.

Aber was, wenn sie nur erfunden sind, und es gar nichts damit zu tun gibt?

Das Phänomen ist ja - die meisten von uns geben ihre Steuererklärungen pünktlich ab. Trotz unsicherer Gedanken und Prokrastination.

Okay, vielleicht hätten wir uns eher damit beschäftigen sollen, vielleicht wäre es dann nicht so stressig geworden ... Aber wissen wir das überhaupt mit Sicherheit?

Vielleicht war der Zeitpunkt genau richtig, und weniger stressig wäre es zu einem früheren Zeitpunkt auch nicht gewesen.

So oder so sind diese Überlegungen überflüssig. Denn was ist, ist.

Was, wenn wir jeden Moment immer genau das Richtige tun und Prokrastination auch nur eine Erfindung unseres Verstands ist - der im Übrigen immer alles verbessern und perfektionieren will?

Lass dich fallen in den Fluss des Lebens

Flow ist ein Zustand, in dem wir ganz bei dem sind, was wir tun. Wir sind eins mit dem ewigen Moment, das einzige, was wirklich existiert. Unser Kopf ist im Flow weitgehend ruhiggestellt. Wir genießen diesen Zustand, weil er so mühelos und natürlich für uns ist.

Immer wenn wir nicht im Flow sind, spüren wir das. Wir erleben unangenehme Emotionen - Angst, Nervosität, Stress - und oft reagiert auch unser Körper, z. B. mit Nacken- oder Kopfschmerzen.

Leider haben wir nie gelernt, wie wir in den Flow zurückfinden. Alle unsere gesellschaftlichen Konditionierungen laufen mehr oder weniger darauf hinaus, dass du etwas TUN musst, wenn du eine Veränderung willst.

Aber wenn es um Flow geht, dann geht es nicht um's Tun. Es geht um's Lassen. Um's Los-Lassen. Um's Sein-Lassen. Um die Annahme all dessen, was ist. Um das tiefe Gefühl, dass der jetzige Moment, so wie er ist, in sich perfekt ist. Und der nächste auch. Und der nächste ebenfalls.

Dann gibt es nichts mehr für uns zu tun, um das, was ist, zu verändern - und unser natürliches Tun, aus unserer wahren Natur von Schöpferkraft, Neugier und Kreativität, bahnt sich seinen Weg.

Tun ohne Tun nannte der Mystiker Sydney Banks das.

Es gibt kein Müssen

Eine der größten Stellschrauben auf dem Weg zu mehr Flow und weniger Prokrastinationsgedanken war (und ist) für mich, das scheinbare Müssen und Sollte mehr und mehr zu durchschauen.

Denn es existiert nur in unserem Kopf.

Wir können uns entscheiden, ob wir ihm dort Obdach bieten oder ob wir ihm die Tür weisen.

Wir müssen dem Müssen nicht glauben.

Manchmal erscheint es sehr fix und starr. Es ist eben so. Immer schon gewesen. Jeder Mensch sieht das so. Doch wenn wir genauer hinschauen, mit Neugier und Offenheit, beginnen die starren Konturen zu verschwimmen. Es löst sich auf. Ganz von selbst.

Selbst die festeste Materie besteht in Wahrheit fast vollständig aus Energie.

Ich bin gespannt, ob Bettina es macht

Es ist mein Lieblingssatz geworden, wenn ich unsicher bin, ob etwas Sinn ergibt oder warum ich es nicht tue, obwohl es nötig zu sein scheint: Ich bin gespannt, ob Bettina es macht.

Dadurch schaffe ich einen Abstand zu meiner scheinbaren Persönlichkeit, meinem Ego, und begebe ich mich in ein höheres Bewusstseinslevel als unbeteiligte Beobachterin. Ich lasse meine Vorstellungen von Richtig und Falsch los und begebe mich in ein Nichtwissen.

Damit öffne ich den Raum für neue Möglichkeiten, nehme den Druck von mir und höre vor allem auf, darüber nachzudenken, während ich es nicht tue.

Ich glaube nämlich, dass wir viele Dinge nur deshalb nicht tun, weil wir vorher schon viel zu häufig und zu ernsthaft darüber nachdenken.

Was siehst du darin?

Alles Liebe,

Bettina 💖

PS: Mehr Flow UND mehr vorankommen im Business - darum geht es in Thrive + Blossom, meinem Jahresprogramm für achtsame, leise Coaches, TherapeutInnen, HeilerInnen und ähnliche DienstleisterInnen, die sich mit Marketing schwer tun und mehr ihrer inneren Führung folgen und wieder mehr zu sich selbst finden wollen. Hier erfährst du mehr darüber.

Kategorien: Mindset + Vertrauen | Schlagworte: Denken verändern, einen Scheiß muss ich, innere Weisheit, Prokrastination

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