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Loslassen ist Heilung. Eine Einladung zu mehr Vertrauen.

04.12.2021

Loslassen. Eigentlich wollte ich schon im November darüber schreiben. Der November ist in meiner Vorstellung DER Monat zum Loslassen. Die Natur macht es uns vor, wenn die Blätter fallen und das Gras verwelkt, und mir schien es schon immer, als wäre es dadurch auch für mich als Mensch leichter.

Doch dann fand ich nicht die richtigen Worte, nicht den roten Faden. Also habe ich auch diese Idee losgelassen.

Manche Dinge wollen reifen. Heute kam das Thema wieder zu mir zurück. Egal, ob nun schon Dezember ist - Loslassen können wir immer und überall üben. Loslassen ist aus meiner Sicht sogar eines der Dinge, um die es in Wahrheit bei all unseren menschlichen Erfahrungen geht. In Loslassen liegt Heilung.

Was Loslassen nicht ist

Nun kann man ja vieles loslassen. Dinge im Außen, wie den alten Wohnort, Menschen, die wir verloren haben oder den ungeliebten Job. Materielles, wie die verstaubte Postkartensammlung, oder die unzähligen Nähprojekte, die auf Vervollständigung warten, aber auf die ich doch nie Lust haben werde.

Die größte Erleichterung bringen aber meistens Dinge im Innen. Alte Glaubenssätze, die mich noch nie unterstützt haben. Erwartungen an mich und andere, die mir das Leben schwer machen. Druck. Sorgen. Probleme.

Früher habe ich geglaubt, Loslassen bedeutet, dass ich mich von etwas abwende. Ihm keine Beachtung mehr schenke und mich ablenke, um auch nicht mehr darüber nachzudenken. Ich dachte, wenn ich es auf diese Art loslasse, gebe ich dem Leben die Möglichkeit, es sich so entwickeln zu lassen, wie ich es möchte.

Das ist auch grundsätzlich richtig, nur habe ich dabei übersehen, dass es mich innerlich doch weiter beschäftigte. Dass ich damit haderte, dass ich mich sorgte - und dass ich eigentlich gerne wollte, dass es von alleine verschwindet, obwohl ich nicht so recht daran glauben konnte.

Das war nicht nur anstrengend, sondern es hat meist auch nicht "funktioniert". Und wenn es nicht funktioniert, habe ich nicht wirklich losgelassen. Wenn ich wirklich loslasse, geht es mir gut, egal wie die Sache ausgeht.

Egal, worum es ging: Um einen Konflikt, ein Problem, körperliche Symptome oder meine Glaubenssätze rund um Geld - ich habe das wirklich angestrengt praktiziert. Ich habe aktiv versucht loszulassen. Und manchmal passiert mir das heute auch noch, bis ich mich wieder erinnere, dass darin ein tiefes Missverständnis liegt.

Diese Art von Loslassen, bei der es darum geht, etwas Loszulassen, damit es sich so entwickelt, wie wir es wollen, oder bei der es darum geht, etwas nicht mehr zu fühlen, weil es unangenehm ist - das ist kein Loslassen. Es ist Verdrängen, Verleugnen. Es geht immernoch darum, das Leben zu manipulieren, zu kontrollieren und etwas aktiv zu bewirken. Aber Loslassen ist nicht aktiv, es ist passiv.

Loslassen beinhaltet für mich tiefen Frieden, während das Abwenden, das absichtliche "Nicht mehr Hinschauen" immernoch Kampf ist. Kampf gegen das, was ist.

Was, wenn wir nicht hier sind, um die Welt besser zu machen?

Gestern habe ich jemanden etwas sagen zu hören, das tief in mir resonierte:

Ich darf alles so lassen, wie es ist.

Lass diesen Satz einmal auf dich wirken. Was, wenn er wirklich wahr ist?

Bei mir stellt sich augenblicklich ein tiefer Frieden und eine angenehme Leichtigkeit ein. Eine enorme Last rutscht von meinen Schultern. Eine Last, von der ich gar nicht wusste, dass sie da ist.

So oft im Leben geraten wir ins Rennen und in Anstrengung, weil wir glauben, wir müssten die Welt verbessern. Weil wir glauben, wir müssten Probleme lösen. Weil wir glauben, etwas läuft falsch, und wir wüssten, wie es richtig sei.

Aber was, wenn wir in nichts so falsch liegen wie darin?

Es gibt eine universelle Intelligenz, darin sind sich Physiker, Biologen, Spirituelle und Theologen einig. Es gibt etwas Größeres als wir es sind. Wir müssen nicht Gott dazu sagen. Es gibt ohnehin keine Worte, die diese Kraft auch nur annähernd beschreiben könnten.

Was, wenn wir vertrauen dürfen, dass alles, so wie es ist, zu unserem Besten ist, und es gar nichts für uns zu tun gibt? Was, wenn wir vertrauen dürfen, dass alles in den Händen dieser universellen Intelligenz liegt? Was, wenn wir vertrauen dürfen, dass unser Verstand bei Weitem nicht so schlau ist wie er es gerne hätte und deshalb überhaupt nicht wissen kann, was gut und richtig ist und was nicht?

DAS ist Loslassen.

Zu erkennen, dass alles gut ist. So wie es ist. Das ist manchmal nicht so leicht. Zu stark ist unser Verstand darauf konditioniert, Probleme zu erkennen, zu analysieren und zu lösen. Zu stark sind wir gewöhnt, unser Leben (und Business) aktiv zu verbessern, die Dinge anzugehen und Veränderungen zu bewirken. Zu echt erscheinen die Illusionen, die uns vorgaukeln, wir wüssten genau, was richtig ist und was falsch.

Aber was, wenn das alles gar nicht wahr ist?

Loslassen heißt zu vertrauen

Etwas loszulassen heißt zu vertrauen, dass ich auch ohne das vollständig und sicher bin.

Und wir sind alle immer vollständig und sicher. Wir fühlen es nur nicht immer.

Etwas loszulassen heißt nicht unbedingt, es zu fühlen. Es heißt zu vertrauen, dass es so ist, obwohl ich es nicht fühle.

In Loslassen liegt Heilung

Heilung ist etwas, das mich schon mein Leben lang fasziniert und begleitet. Ich habe lange geglaubt, Heilung bedeute, die Dinge wieder in Balance zu bringen, dafür zu sorgen, dass es "richtig" läuft, und ich glaubte auch, Heilung sei etwas Aktives.

Dass die moderne Medizin Fluch und Segen zugleich ist, sehe ich schon sehr lange. Aber wie kommt das, dass etwas gleichzeitig gut und schlecht sein kann? Kann es sein, dass auch das alles nur Konzepte sind?

Erst seit Kurzem sehe ich, dass ich Heilung als Idee an sich immer komplett falsch verstanden habe. Ich habe geglaubt, Heilung heißt, etwas wieder so herzustellen, dass es "richtig" ist - aber was, wenn Heilung einfach nur bedeutet, zu erkennen, dass es bereits "richtig" ist? Dass es meines Zutuns nicht bedarf?

Heilung ist ein ausschließlich geistiger Prozess.

Heilwerden steht in Wahrheit für Ganzwerden. Doch wir sind bereits alle ganz. Es gibt nichts zu fixen. Trennung ist eine Illusion.

Falsch verstandene Heilung heißt, etwas aktiv in die Richtung zu bewegen, die ich für richtig halte.

Richtig verstandene Heilung heißt zu vertrauen, dass alles gut und genau richtig ist. Das ist für mich der Inbegriff vom Loslassen.

Wir spüren ja eigentlich alle, dass Loslassen heilsam ist.

Es gibt nichts zu tun heißt nicht, dass du nichts tun darfst

Ich möchte an dieser Stelle noch etwas einschieben, um einem anderen Missverständnis vorzubeugen. Manchmal erscheint es mir nämlich, als würde unser konzeptioneller Verstand direkt in die nächste Illusion steuern, sobald wir eine aufgelöst haben.

Es gibt nichts zu tun, soll nicht heißen, dass du nichts tun darfst.

Aus dem tiefen Frieden, der entsteht, wenn wir sehen, dass alles gut ist, tauchen manchmal Eingebungen auf. Neue Ideen und Impulse. Völlig frei von Dringlichkeit, unaufgeregt. Sie fühlen sich an wie ein friedliches Wissen: DAS ist mein nächster Schritt.

Diesen Impulsen dürfen wir folgen. Es ist die Brotkrumenspur des Lebens, die uns helfen möchte, auch auf der körperlichen Ebene zu heilen. Unser Leben im Außen zu heilen. Wenn es tatsächlich Heilung - also Richtigstellung - bedarf.

Das Ding ist, ohne vorheriges Loslassen eilen wir beim Wunsch nach Heilung sehr oft in völlig falsche Richtungen. Wir bekämpfen Symptome, und sorgen so dafür, dass die "Krankheit" (für mich ein Synonym für "Problem") an anderer Stelle neu ausbricht. Manchmal sogar heftiger als zuvor.

Der tiefe Frieden mit allem, was ist, ist der beste Ausgangspunkt für kraftvolles, anstrengungsloses und nachhaltiges Handeln.

Was kommt, wenn wir Lücken erlauben?

Loslassen heißt nicht nur, unsere Vorstellungen loszulassen, wie die Welt und das Leben (vor allem unseres, aber auch das der anderen) sein sollten. Es heißt nicht nur, unsere Probleme loszulassen. Es heißt nicht nur, uns und unser Umfeld sein zu lassen, wie wir sind.

Loslassen kann auch echte Dinge im Außen betreffen. Unseren Job, unseren Partner, Freundschaften, ein Garten-Grundstück oder ganz pragmatisch unsere Zeitschriftensammlung auf dem Dachboden.

Manchmal führen wir es bewusst herbei, manchmal werden wir vom Leben dazu gezwungen.

Manchmal fühlen wir uns erleichtert, wenn diese Dinge unser Leben verlassen. Manchmal wollen wir festhalten und leisten Widerstand. Auch hier spielt es eine wichtige Rolle, was wir glauben, wie etwas sein sollte.

Wenn wir es dann losgelassen haben, entsteht Raum. Eine Lücke. Ich habe diese Lücken schon immer geliebt, weil so viel Potenzial darin liegt. Doch nur allzu schnell hat mein konditionierter Verstand sie wieder gefüllt, weil Lücken sich nach einer Weile überhaupt nicht mehr gut anfühlen. Man fühlt sich irgendwie unvollständig, so viel leeren Raum ist man schließlich nicht gewöhnt.

Doch wie gesagt, in diesem Raum liegt so viel Potenzial. Halte ihn ein bißchen länger aus. Sei neugierig, was sich zeigt, um ihn zu füllen. Sei geizig damit, diesen Raum neuen Dingen zuzuteilen.

Wir kommen alle aus dem Nichts, oder vielleicht eher aus dem Formlosen, aus dem Nichtwissen, aus dem neutralen Raum. Und doch fühlt er sich oft so unheimlich, unbequem, beängstigend an. Vielleicht weil wir ahnen, dass darin unsere wahre Größe liegt?

Lass deine Ideen davon, wie die Welt und das Leben sein sollte, los und beobachte, was geschieht.

Fröhliches Ausprobieren,

💖 Bettina

Kategorien: Heilung | Schlagworte: Glaubenssätze, Leichtigkeit, Loslassen, Persönlichkeitsentwicklung, Vertrauen

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