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Wie du (wieder) in den Flow kommst - auch im Marketing

01.10.2021

Ich glaube, wir alle kennen - und lieben - Flow, dieses wunderschöne Gefühl, bei dem wir ganz selbstvergessen in einer Tätigkeit aufgehen.

Wir erleben ihn vor allem bei Dingen, die wir gern tun. Aber manchmal zeigt er sich - ganz unerwartet - auch bei ungeliebten Aufgaben. Was uns sonst schwer fällt, geht dann auf einmal ganz leicht. Was wir sonst ablehnen, bereitet uns plötzlich Freude. Alles fließt, fühlt sich natürlich an und wir scheinen auf ein größeres Potenzial in uns Zugriff zu haben.

Was steckt eigentlich hinter diesem "Flow"? Und lässt er sich auch willentlich herbeiführen?

Die Klientin, die sich mehr Flow wünschte

Manuela (Name geändert) kam zu mir, weil sie sich bei ihrer Positionierung im Kreis drehte. Sie ist Coach und wollte am liebsten allen helfen. Aber ihr war klar, dass sie damit auf dem Markt unsichtbar bleiben würde. Trotzdem konnte sie sich nicht entscheiden, für wen sie den größten Nutzen zu bieten hatte. Das blockierte auch ihr ganzes übriges Marketing - bei ihrer Website kam sie überhaupt nicht weiter. Eine Empfehlung führte sie zu mir.

Im Gespräch erzählte sie mir, dass sie sich auch mehr Flow wünsche. Sie berichtete mir von einem Projekt, das sie vor einiger Zeit gemeinsam mit einem Kollegen gemacht habe. Da habe sie es gespürt - alles stimmte, sie fühlte sich genau richtig und ging in ihren Aufgaben auf. Ich glaube, das ist für viele der Inbegriff von Flow - das Gefühl, dass das Leben gut ist und irgendwie alles richtig ist (uns selbst eingeschlossen).

Nun gibt es verschiedene Schlussfolgerungen, die sich aus dem Erzählten ergeben könnten und denen wir hätten nachgehen können: Das Projekt wieder aufnehmen, mit anderen zusammenarbeiten oder genauer analysieren, was denn an dem Projekt so toll war, um es zu wiederholen. Das ist das (alte) Outside-In-Paradigma, nach dem wir im Außen bestimmte Parameter herstellen, um ein gewünschtes Gefühl (Flow) wiederherzustellen.

Doch wie du vielleicht weißt, gehe ich an die Dinge andersrum heran: Inside-Out. Wir haben uns also auf das Gefühl fokussiert. Den Flow. Das Gefühl, dass es fließt. Es ist immer verfügbar, denn es ist nicht abhängig von Dingen im Außen. Es ist in uns.

Mit diesem Fokus hat Manuela ganz leicht ihren Flow im Alltag wiedergefunden. Wie von selbst ergab sich nach und nach ihre optimale Positionierung, mit der sie heute rundum glücklich ist. Genauso natürlich entwickelte sich auch ihre Website, immer aus dem Gefühl des Flow heraus. Und sogar die weniger geliebten Tätigkeiten wurden angenehmer aus diesem Gefühl heraus.

Wir haben das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt. Flow ist immer und überall verfügbar. Er ist nicht vom Außen abhängig. Ist das nicht cool?

Was ist Flow überhaupt?

Flow ist, wenn wir ganz und gar in einer Tätigkeit aufgehen, so dass wir Zeit und Raum und alles um uns herum vergessen.

Das ist eine ganz grobe Definition, die nicht in allen Details stimmen muss. Vielleicht vergessen wir weder die Zeit noch alles um uns herum, dennoch haben wir das Gefühl, im Fluss des Lebens zu sein, geborgen, sicher, warm und zufrieden. Wir wissen, dass alles gut ist. Wir müssen nichts verändern. Und wenn wir es doch tun, dann weil wir Lust drauf haben. Weil unsere Kreativität uns kitzelt. Oder weil wir spüren, dass es "dran" ist.

Wir können Flow im Sport erleben, beim Joggen oder auch beim konzentrierten Tischtennis. Viele kennen Flow von Spaziergängen am Meer oder in der Natur, oder wenn sie mit Tieren oder kleinen Kindern zusammen sind und mit ihnen spielen. Manche kennen Flow beim Schreiben - vor allem, wenn sie nur für sich schreiben und nicht für andere - oder auch beim Kochen oder Backen. Sogar beim Putzen kommt es bei manchen vor!

Im Flow ist unser Ego leise. Es gibt keine störenden Stimmen und Kommentare in uns, die uns sagen, was alles falsch läuft, was wir alles anders machen sollten. Wir genießen einfach, was wir tun. Wir haben das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein - und unser innerer Kritiker oder Antreiber (unsere "Prusseliese") ist still, oder wir hören einfach nicht zu. Weil wir es besser wissen.

Im Flow sind wir mit unserem höheren Selbst verbunden

Egal, in welcher Tätigkeit wir Flow spüren - wir wissen, dass wir in diesen Momenten mehr mit dem Leben verbunden sind. Das Leben in uns ist das, was ich "innere Weisheit" nenne. Diese unendliche Intelligenz, die Planetensysteme erschaffen hat und in Balance hält. Du kannst auch "höheres Selbst", "Gott" oder "Universum" dazu sagen. Diese Kraft hat so viele Namen (in den 3 Prinzipien heißt sie MIND). Und doch deutet sie immer auf dasselbe: Auf die Essenz in uns, das Formlose, die kreative Energie, aus der wir alle kommen und die unsterblich und unzerstörbar ist.

In Momenten des Flow sind wir in der Liebe, im Vertrauen, spüren Freude, fühlen uns lebendig. Wir denken klarer und logischer, können besser kommunizieren, Streit mit uns anzufangen ist fast unmöglich.

Kein Wunder, dass wir im Flow bessere Leistungen zeigen, kreativer sind, magnetischer auf andere wirken. Und auch kein Wunder, dass im Flow alles leichter und vieles sogar schneller geht. Und vor allem müheloser.

Als hätten wir den schweren Rucksack, den wir sonst den ganzen Tag mit uns herumschleppen, einfach mal beiseite gelegt. Auf einmal fühlen wir uns leicht, beweglich, wir können wieder atmen.

Dazu passt eine Geschichte aus dem Buch "Inner Game STRESS" von W. T. Gallwey, in dem es darum geht, wie der stresserzeugende Monolog in unserem Kopf uns davon abhält, unser volles Potenzial zu leben.

"Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Interview mit einem damals noch relativ unbekannten brasilianischen Tennisspieler, Gustavo Kuerten, der später dreimal das Grand-Slam-Turnier in Paris gewann. Die Reporter wunderten sich darüber, dass er in der Rangliste höher platzierte Spieler schlug, und fragten ihn: 'Wie gehen Sie mit dem ganzen Druck um?' Seine Antwort lautete: 'Mit was für einem Druck? Ich bin gar nicht mit dem Druck umgegangen - ich habe überhaupt keinen Druck verspürt.' Diese Antwort schien niemand zu verstehen. Die Journalisten fragten ihn immer wieder: 'Wie konnten Sie unter diesen Umständen keinen Druck verspüren?' Er sagte: 'Für mich war das eine tolle Zeit. Es hat mir Freude gemacht, gegen diese Leute zu spielen. Es hat mir Freude gemacht, gut zu spielen. Ich verstehe das nicht - was soll das mit diesem Druck?'"

Wie auch du immer mehr in den Flow kommst

Flow ist, wenn wir keinen Stress und keinen Druck spüren. Stress und Druck werden von uns selbst erzeugt - und nicht im Außen, wie ich lange Zeit dachte. Wir können ganz unabhängig von den äußeren Umständen und auch völlig unabhängig von den anstehenden Tätigkeiten Druck und Stress spüren oder eben nicht.

Ausschlaggebend sind einzig und allein unsere Gedanken.

Wenn wir Tätigkeiten bewerten, sie in "beliebt" und "unbeliebt" einteilen, und uns dann ärgern, dass der Großteil unseres Tages aus "ungeliebten" Tätigkeiten besteht, spüren wir Stress. Dann sind wir nicht im Flow. Wenn wir ungeliebte Aufgaben einfach machen, weil sie gemacht werden müssen, können wir jederzeit Flow erleben.

Der Schlüssel zum Flow liegt nicht im Außen, nicht in dem, was du tust - sondern nur in deinem Denken.

Das Ding ist, wenn wir beginnen, unser Denken zu beobachten, und dann erkennen, dass es wirklich wahr ist - dass wir selbst den Flow erzeugen, oder eben nicht - beginnen wir oftmals, uns darüber zu ärgern, dass wir schon wieder keinen Flow erzeugen! Mir jedenfalls ging das lange so.

Ich habe versucht, meine Gedanken in den Flow zu zwingen. Aber das ist ein Irrweg. Das funktioniert nicht.

Es geht viel einfacher: Sei einfach nur im Hier und Jetzt. Beobachte deine Gedanken und hole deine Aufmerksamkeit immer wieder zu dem zurück, was JETZT gerade dran ist, also was du gerade machst. Wenn du mit deinen Kindern spielst, sei ganz bei ihnen. Denke nicht über die Einkaufsliste oder deine Termine am nächsten Tag nach. Wenn du deine Buchhaltung machst, denke nicht darüber nach, wie sehr du diese Tätigkeit hasst und ob du das nicht doch lieber abgeben solltest oder warum dieser Kunde immernoch nicht bezahlt hat! Denke nicht über Steuerzahlungen nach, sondern sei einfach bei dem, was du tust - der Buchhaltung.

Ganz und gar bei einer Tätigkeit zu sein ist hochmeditativ!

Wenn du schreibst, überlege währenddessen nicht, ob du dieses oder jenes besser formulieren könntest, ob du vom Thema abgewichen bist, wer das überhaupt lesen wird, ob es gut ist und wo du es hinterher überall veröffentlichen wirst. Schreibe einfach. Alles andere zeigt sich später von selbst.

Wir können nicht nicht denken. Wir denken. Immerzu. Das ist Fakt. Versuche nicht, es zu ändern. Das endet in einem Disaster 😏 Lenke deine Achtsamkeit behutsam von deinen Gedanken zum Hier und Jetzt, indem du sie wahrnimmst und dich auf deine Sinneseindrücke fokussierst. Du kannst mit deiner Aufmerksamkeit nicht beim Beobachten oder Fühlen und gleichzeitig in deinen Gedanken sein. Nutze das.

Und noch was: Frag dich nicht ständig, ob du jetzt im Flow bist. Auch das ist wieder ein Gedanke. Fühle es einfach. Und genieße es. Das ist genug.

Viel Spaß beim Beobachten,

💖 Bettina

PS: Möchtest du auch im Marketing immer öfter und intensiver Flow erleben? Dann komm in den Slow Marketing Club, dort zeige ich dir immer wieder die Richtung, aus der der Flow für dich kommt. Hier erfährst du mehr dazu.

Kategorien: Mindset + Vertrauen | Schlagworte: Denken verändern, Erfolgsrezepte, Flow, Prusseliese, Zufriedenheit

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