Ich fange nochmal von vorne an
14.09.2026
Es gibt eine Stimme in mir, eine sehr laute, die sagt: Das hast du doch alles schon mal gemacht. Mach dich nicht lächerlich. Niemand da draußen nimmt dich mehr ernst.
Und dann ist da noch eine andere, leiser, die sagt: Ich will das aber.
In den letzten Jahren habe ich vor allem eines gelernt: Die leisere Stimme ist oftmals schwerer wahrzunehmen. Aber es ist auch die, auf die es sich zu hören mehr lohnt.
Und wenn man mal genau hinschaut: Was macht es schon? Na und, dann nimmt mich halt keiner mehr ernst. Heißt das dann nicht vor allem, dass ich selbst mich nicht ernst nehme? Immerhin ist die Welt ein Spiegel, wie wir alle wissen.
Außerdem gibt es ja diese klitzekleine Möglichkeit, dass die laute Stimme sich irrt, obwohl sie so sicher zu sein scheint ...
Immerhin hat diese leise Stimme unter anderem bewirkt, dass ich vor ein paar Monaten über zwei Wochen lang nichts getan habe, außer ein Computerspiel zu spielen. Keine Projekte, kein Marketing, keine Verantwortung. Und genau daraus ist etwas entstanden, das ich seit Jahrzehnten mit mir herumgetragen habe. Und möglicherweise entsteht jetzt noch etwas, wovon ich ebenfalls schon sehr lange träume.
Aber der Reihe nach.
Die Vision vom bunten Business
Ich will also etwas Neues machen. Und eigentlich ist es gar nicht so neu. Der Wunsch danach brach vor über eineinhalb Jahren mit ziemlicher Kraft aus mir heraus: Ich will ein buntes Business. Kreativ. Künstlerisch. Ich will es nicht mehr machen wie alle anderen, nicht einfach und linear. Ich will mich führen lassen, spontan sein, Dinge ausprobieren. Und mir so mehrere Standbeine aufbauen.
Dass vieles davon automatisiert und wenigstens teilweise passiv sein muss, versteht sich von selbst. Denn in mein altes Hustle-Leben will ich nicht mehr zurück. Und es würde ja auch meinem Wunsch widersprechen: Wenn ich spontan sein, mich von innen führen lassen will, brauche ich im Außen Freiraum.
Ich kann kein Business brauchen, das mich in Ketten legt und zu Aktivitäten zwingt, die mich Zeit und mentale Energie kosten.
Diese Vision war so wunderschön und in jenem Moment so greifbar und real. Ich war mir sicher, dass es funktionieren würde. Ich hatte schon ganz andere Dinge in meinem Leben gerockt.
Aber das Ding mit Visionen ist - wenn sie groß genug sind, lässt Gott sie uns nicht direkt umsetzen. Stattdessen bereitet er uns vor. Jetzt kann ich das sehen, damals noch nicht. Damals war es, als hätte ich den Kontakt zur unendlichen Intelligenz wieder verloren, als sei dieser ganze Wunsch nicht mehr als ein schöner Tagtraum, den man träumt, damit man das echte Leben hier auf Erden besser aushält.
Statt direkt zu kreieren und aufzubauen, musste ich erstmal ein paar Dinge loslassen. Dass das nicht immer so einfach ist, brauche ich wohl niemandem erzählen. Loslassen kann sehr schmerzhaft sein. Unbequem. Selbst wenn wir wissen, dass es der richtige Weg ist, brauchen wir oft mehrere Anläufe.
So war das auch bei mir. Genau genommen hatte das schon viel früher begonnen. Gott kannte meine Vision schon lange vor mir. Ich war nur lange nicht wirklich bereit zuzuhören. Habe mich an vermeintliche Sicherheiten geklammert. Gott ist nachsichtig. Geduldig. Liebevoll. Er wartet, weil er weiß:
Wenn wir uns einmal auf diesen Weg gemacht haben, den Weg uns selbst zu finden, dann gibt es kein Zurück mehr. Dann werden wir der Stimme zuhören und ihr irgendwann gehorchen - weil wir wissen, dass alles Leid, das wir erfahren, von unserer Weigerung stammt, ihr zu vertrauen. Und weil wir irgendwann nicht mehr bereit sind zu leiden. Die Neugier siegt (oder manchmal auch die Verzweiflung).
Aus Neugier wird Vertrauen. Aus Vertrauen Wissen.
Loslassen
So habe ich letztes Jahr unter anderem mehr und mehr den Wunsch losgelassen, anderen zu gefallen. Es anderen recht zu machen. Ihr Einverständnis einholen zu wollen - sei es bezogen auf die Art und Weise, wie ich mein Leben lebe, oder darauf, was ich sage, mit welchen Worten und zu wem.
Ich meine, das war schon krass - ich habe einen Newsletterverteiler und habe mich nicht getraut, Mails an die Leute dort zu versenden, weil ich Angst hatte, ich würde sie nerven!
Und tja, nein, ich bin noch nicht ganz frei von dieser Angst. Das Ego liebt solche Erfolgsgeschichten, wo Ängste quasi über Nacht verschwinden, aber die Wahrheit ist: Es ist ein Weg. Ein Prozess. Wenigstens für die meisten von uns, oder wenigstens für mich.
Aber. Ich bin heute deutlich entspannter mit diesem ganzen Thema. Es triggert mich bei Weitem nicht mehr so stark wie damals. Und da ich meinen Weg heute viel, viel deutlicher spüre, weiß ich - es wird jetzt immer schneller gehen. Nicht linear, niemals linear. Vor und zurück. Aber mit einem klaren Trend nach vorne (falls es vorne überhaupt gibt).
Was ich noch losgelassen habe - und das noch radikaler: Den Wunsch einen Beitrag zu leisten. Ich habe hier darüber geschrieben. Im Dezember habe ich entschieden, wenn sowieso alles schief geht, was ich anfasse, wenn ich sowieso nirgendwo dranbleibe, wenn sich eh alles nach Stress anfühlt - dann mache ich ab jetzt nur noch, was ich will.
16 Tage Nichtstun
Und das tat ich: Über zwei Wochen lang hab ich einfach nur ein Computerspiel gespielt. Okay, nicht ausschließlich. Die wichtigen Dinge hab ich gemacht. Einkaufen, Wäsche waschen, Pferde füttern. Und natürlich Schlafen, Essen, Duschen 😂. Aber alles andere, alles was ich bis dahin tat, um irgendwas zu erreichen, zu bewirken, zu verändern, all die Anstrengung und den Stress, hab ich fallengelassen.
Dickköpfig, trotzig. Ja. Ist halt meine Natur. 😈 Aber für mich war das genau der richtige Weg, weil alle anderen nicht funktioniert (oder bedeutend länger gedauert) hätten.
Und dann, nach genau 16 Tagen, öffnete sich etwas völlig Neues, etwas womit ich überhaupt nicht gerechnet habe:
Ich fing an, meinen Roman zu schreiben.
Was folgte, war pure Magie
Den Roman, der seit Jahrzehnten in meinem Kopf rumschwirrt. Ungelogen - die Idee ist mindestens 35 Jahre alt. Ja, sie hat sich in dieser Zeit massiv verändert. Aber der Ursprung ist entstanden, BEVOR ich Teenager war!
Es ist nicht so, dass ich es nie versucht habe. Aber immer waren andere Dinge wichtiger, immer habe ich beim ersten Hindernis das Handtuch geworfen, alles wieder ins Schubfach gepackt.
Diesmal nicht.
Und ich habe es geliebt.
Bereits nach zwei Wochen oder so war klar: Das wird nicht ein Roman. Das wird eine Trilogie.
Ein paar Monate lang war es pure Magie*. Alles entwickelte sich organisch. Ich war geführt wie nie zuvor in meinem Leben. Nicht so, dass ich eine Stimme hörte - eher so, dass ich immer genau das, was gerade dran war, als die schönste Tätigkeit empfand, die es auf Erden gab.
Ich musste recherchieren? Ich liebte es. Schreiben? Oh my, was für eine Wonne. Plotten? Das Schönste überhaupt.
Ab und zu machte ich mir Sorgen. Aber dann verlor ich mich wieder im Flow. Zwischendurch gab es auch echte Krisen-Phasen. Zeiten, in denen es mir nicht schnell genug ging. Zeiten, in denen es mir zu schnell ging. Zeiten, in denen ich überhaupt nicht dran kam an meine Geschichte. In denen ich glaubte, das wird sowieso nie was.
Ich glaube, es ist wichtig, dass wir solche Phasen bewusst wahrnehmen. Weil wir nur so im Nachhinein sehen: Auch in dieser Zeit war alles okay, egal wie nicht-okay es sich anfühlte. Und dass wir herausgeführt werden, sobald wir wieder zuhören. Nicht der lauten Zeter-Stimme in uns (die ja auch nur helfen will), sondern der wahren Kraft. Unserer inneren Führung.
*) Das könnte klingen, als sei sie nach einigen Monaten verschwunden, aber es ist vielmehr als sei sie ein normalerer Teil meines Lebens geworden. Ich habe mich daran gewöhnt, geführt zu sein, und könnte anders vermutlich nicht mehr agieren. Nicht mehr lange jedenfalls.
Wie es weitergeht ...
Lange Rede - kurz gemacht: Vor wenigen Wochen tauchte meine Vision wieder auf. Ein buntes Business. Ich hatte sie tatsächlich zwischenzeitlich vergessen! Was aber nicht schlimm ist, weil unsere innere Führung das im Blick behält. Sie erinnert uns an unsere Träume, sobald wir soweit sind.
Jetzt bin ich soweit.
Und ich fühle mich stabiler, innerlich und äußerlich gestärkt. Mutiger. Und vor allem so tief mit mir selbst verbunden, dass die Gefahr, dass ich wieder auf fremde Züge aufspringe, nur weil sie schneller zu sein oder sicherer zum Ziel zu führen scheinen, fast gegen Null läuft.
Infolgedessen habe ich ein paar mutige Entscheidungen getroffen - und hier kommt die laute Stimme ins Spiel. Sie sagt mir, diese Entscheidungen seien nicht neu. Ich hätte sie in der Vergangenheit bereits getroffen, mehrfach sogar.
Und das stimmt. In der Vergangenheit habe ich des öfteren gespürt, dass Slow Marketing nicht das ist, was ich wirklich will. Ich habe Anlauf genommen, alles geändert. Nur um ein paar Wochen später reumütig zu Slow Marketing zurückzukehren.
Heute weiß ich: Ich war zu schnell. Ich neige zu impulsiven Entscheidungen, mit denen ich mich manchmal selbst überfordere. Ich bin meiner inneren Führung gefolgt, aber dann hat mein Ego wieder übernommen.
Mein Ego, das sich Kalkulierbarkeit und Kontrolle wünscht, das etwas bewirken, etwas verändern, etwas aufbauen will. Das Bestätigung im Außen sucht.
Und ehe ich mich versah, war ich wieder in der Logik, die sagte - dein ganzes Marketingwissen, das willst du alles wegwerfen? Das lässt sich doch so wunderbar mit deinem anderen Business verbinden! Pff, Spiritualität. Was willst du überhaupt vermitteln? Innere Führung? Aber ist dann nicht Marketing genauso gut wie jedes andere Thema, nur eben viel greifbarer, als wenn du es öffnest?
Wohin es führt? Lass es uns herausfinden ...
Diese innere Diskussion mit meinem Ego habe ich mehrmals verloren. Aber ich habe es satt, mich an äußere Ergebnisse zu verkaufen und mich einem Ego zu unterwerfen, das mir Sicherheit verspricht und nur Stress liefert. Ich will mir endlich selbst vertrauen – meiner inneren Führung. Davon ausgehend, dass sie will, was ich will, nur schöner, größer und mühelos.
Und nein, ich weiß nicht wohin es führt. Ich weiß nur: Ich werde erstmal alle Angebote einstampfen. Kein Coaching. Keine Community. Slow Marketing läuft zum Jahresende aus. WEB-Grips besteht weiter, aber ohne mich (wie bereits die letzten Monate auch schon).
Ich werde meinen Roman fertig schreiben. Ich habe noch ein paar andere Bücher in der Pipeline, und einen Haufen Ideen. Das Interessante ist: Ich kenne immer meine nächsten Schritte. Und je besser ich da zuhöre ohne es beschleunigen oder verbessern oder kontrollieren zu wollen, desto ... tja, desto was? Desto entspannter bin ich. Der Rest wird sich zeigen. Es ist ein Experiment. Aber ich bin neugierig genug (und ich habe die Nase voll genug vom anderen Weg), um mich darauf einzulassen.
Dieses Blog möchte teilhaben
Gestern kam der Wunsch (von innen), diese Reise schreibend zu begleiten. Erkenntnisse. Ideen. Wege, Hindernisse. Und Einsichten.
Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, wie viel ich hier wirklich preisgeben werde. Ich will nicht zurückfallen in das alte Muster, gefallen zu wollen. Ich will nicht Dinge tun, nur weil ich hier geschrieben habe, dass ich sie tun werde.
Aber auch das ist wieder die Stimme der Angst, der ich nicht mehr zuhören will. Und vielleicht ist das genau das, was die Welt jetzt braucht. Dieses Einlassen auf das Nichtwissen.
Dokumentierte gelebte innere Führung. Wie sie wirklich funktioniert - nicht wie wir denken, wie sie funktioniert. Denn sie führt uns nicht (immer) linear zu dem, was wir wollen. Der Weg ist das Ziel. Es geht um Vertrauen. Um das Loslassen hinderlicher Glaubenssätze. Um das Sichtbarmachen von destruktiven Mustern. Darum geht es WIRKLICH.
Denn dahinter ist unser wahres Selbst. Und was sich darin verbirgt, könnte uns möglicherweise überraschen.
So denn, ich bin auf dem Weg. Kommst du mit? 🧐
Alles Liebe
Bettina
PS: Der beste Weg, mit mir im Kontakt zu bleiben, ist vermutlich nach wie vor mein Newsletter. Jetzt, da ich diese Worte schreibe, besteht noch der alte Verteiler, den ich zum Ende des Jahres hin schließen werde. Aber es wird einen neuen geben, in den du dich dann eintragen können wirst (wenn du es dann noch willst). Wie gesagt: Gelebtes Nichtwissen. Wir werden sehen. 👀
Kategorien: Dein wahres Selbst | Schlagworte: einen Scheiß muss ich, Hingabe, innere Führung, Loslassen, Nichtstun
Aloha, ich bin Bettina - Unternehmerin, Pferdefrau, Autorin und spirituelle Forscherin. Ich liebe die Natur, das Leben und lazy Erfolg, der sich natürlich und mühelos entfaltet.
Hier im Blog teile ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen rund um Marketing und Spiritualität - für ein Leben, das sich so anfühlt, wie es eigentlich für uns gedacht ist: Voller Freude, Neugier, Leichtigkeit und innerem Frieden.
Ähnliche Beiträge
07.02.2024 | Loslassen & Heilung
29.10.2025 | Ins Tun kommen
Brauchen "3P"-ler keine Marketing-Checklisten, Launchpläne und Tools mehr?
Todo-Listen oder innere Führung? Warum du dich nicht entscheiden musst.
29.11.2023 | Ins Tun kommen
16.12.2025 | Dein wahres Selbst
Ich muss nicht nützlich sein, um nützlich zu sein - innerer Widerstand & Wunder
07.05.2022 | Loslassen & Heilung
28.01.2025 | Loslassen & Heilung